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Einen Mitsubishi Space Star im Wert von 8400 Euro übergaben Robert Huber, Verkaufsleiter des Autohauses Neuried, und Elfi Kalkühler vom Förderverein Christkindlm arkt am Dienstag an den 52-jährigen Gräfelfinger, der sich gleich hinters Steuer setzte.

Bedürftiger bekommt nagelneues Auto

Förderverein sorgt für Tränen der Freude

Der Förderverein Martinsrieder Christkindlmarkt hilft Bedürftigen nicht nur zur Weihnachtszeit. Jetzt organisierte er erstmals ein brandneues Auto und sorgte damit für Tränen der Freude.

Würmtal – Waschmaschinen, Strom, Miete – der Förderverein Martinsrieder Christkindlmarkt springt ein, wo im Würmtal Not am Mann ist und begleicht immer wieder mal eine höhere Rechnung. Doch am Dienstag hat er sich selbst übertroffen. Ein 52-jähriger Gräfelfinger darf sich jetzt über ein neues Auto freuen. Der Verein half beim Sammeln der Spenden, bei der Suche nach einem geeigneten und finanzierbaren Auto und spendete selbst, damit es auch tatsächlich gekauft werden konnte.

Einen Neuwagen, einen Mitsubishi Space Star im Wert von 8400 Euro, bekam der Gräfelfinger gestern überreicht. „Wir haben uns riesig mit ihm gefreut, dass das geklappt hat“, sagt die Sozialbeauftragte des Vereins Elfi Kalkühler. Sie kennt den Gräfelfinger seit 2011, und sie hat ihm, was die Berichterstattung über seinen Fall betrifft, Anonymität zugesichert. Doch sein Schicksal erzählt sie, und das berührt: Der Mann erlitt vor sieben Jahren einen Schlaganfall und lag unbemerkt sieben Tage lang in seiner Wohnung. Das verringert die Wahrscheinlichkeit zu überleben deutlich.

Als seine Nachbarn damals tagelang nichts von dem geselligen Junggesellen hörten, habe eine Nachbarin gesagt: „Das ist eigenartig.“ Ihr sei es zu verdanken, dass er gefunden wurde, erzählt Kalkühler. Der Gräfelfinger hat es geschafft. Er war durchtrainiert, und er hatte Glück. Er kämpfte sich zurück ins Leben. Doch auch sieben Jahre später plagen den heute 52-Jährigen die Folgen von damals. Früher habe er Überlebenstrainings für Manager gegeben. Jetzt habe er Schwierigkeiten mit dem Laufen, dem Sprechen und leide unter Migräne, sagt Kalkühler.

„Wenn einem in diesem Alter so etwas passiert, hat man sehr wenig Geld“, ergänzt sie. Der Mann sei auf ein Auto angewiesen. Er müsse zu Therapien fahren, die am besten mit dem Pkw zu erreichen seien. Und was er vom WürmtalTisch an Lebensmitteln bekomme, könne er ohne Auto nicht nach Hause transportieren. Dort angekommen, helfen ihm wieder seine Nachbarn. Sie tragen seine Besorgungen für ihn in die Wohnung. Der Gräfelfinger habe schon einmal ein Auto finanziert bekommen. Damals habe die Gemeindestiftung Gräfelfing die 1200 Euro dafür bezahlt. Einmal sei das Auto noch durch den TÜV gekommen, doch kein zweites Mal.

So bat er Kalkühler Anfang des Jahres bei der Suche nach einem neuen Gebrauchten um Hilfe. Als diese wiederum andere Stiftungen um Unterstützung bat, sei schnell klar gewesen, dass diese lieber ein neueres Auto finanzierten als eines für Bastler. „Und jetzt kriegt er ein schönes, kleines neues weißes Auto – inklusive fünf Jahre Garantie“, sagt sie. „Was nützt es ihm, wenn er in fünf Jahren wieder ein neues Auto braucht. Bei solchen Menschen ändern sich die finanziellen Situationen nicht“, weiß sie aus Erfahrung und rechtfertigt die Anschaffung eines Neuwagens.

„Er hat lange nicht daran geglaubt, dass wir das schaffen“, sagt Kalkühler. Doch mit der erneuten Hilfe der Gemeindestiftung Gräfelfing, des Fördervereins Martinsrieder Christkindlmarkt, der Caritas, weiteren Sponsoren und einem großzügigen Angebot vom Autohaus Neuried ist es nun gelungen, ihm das Unmögliche möglich zu machen. „Er war zu Tränen gerührt“, sagt sie.

Für Kalkühler wird es ein einmaliger Glücksmoment bleiben. Sie betreut rund 560 bedürftige Würmtaler Familien. „Ich mache alles ehrenamtlich“, sagt sie. „Es wird das erste und letzte Mal sein“, dass sie jemandem ein neues Auto übergebe, meint sie. „Mehr schaffe ich nicht.“

Victoria Strachwitz

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