Wie gebannt verfolgen die Zuschauer an der Rottenbucherstraße die Feuerwehrübung. Der Regen tat dabei der Spannung keinen Abbruch.

Ford geht in Flammen auf

Gräfelfing - Gräfelfinger Feuerwehrmänner bieten anlässlich der 1250-Jahr-Feier der Gemeinde eine unterhaltsame Stuntshow.

Es kracht und die vielen Menschen am Rand der Rottenbucher Straße in Gräfelfing zucken erschrocken zusammen. Ein roter VW-Golf geht explodierend in Flammen auf, sogleich rasen Feuerwehr und Malteser Hilfsdienst mit mehreren Rettungsfahrzeugen aus Richtung Lochham heran. Was wie ein schweres Unglück aussieht, ist glücklicherweise nur eine aufwendig inszenierte Unfallübung der Freiwilligen Feuerwehr Gräfelfing am Samstagnachmittag.

Keine Kosten und Mühen hatte die Gemeinde gescheut, ihre auch sonst stattlich ausgerüstete Feuerwehr mit entsprechend realitätsnahen Bedingungen zu trainieren. Für die etwa 150 Zuschauer war dies eine durchaus unterhaltsame Stuntshow, für die über 40 eingesetzten Feuerwehrmänner dagegen eine mehr als notwendige Erfahrung.

„Es ist enorm wichtig, den Ernstfall zu proben“, betonte auch Kommandeur Markus Fuchs, der mit Headset und kleinem Mikro über den Ort des inszenierten Chaos schritt und haarklein jeden Vorgang seines Teams bei der Rettung über Lautsprecher den anwesenden Zuschauern erklärte. „Das bringt im Ernstfall lebenswichtige Ruhe und Routine.“

Das Chaos war dabei höchst spektakulär vorbereitet: Erst raste per Fernsteuerung ein nur mit einer lebensgroßen Puppe bestückter Pkw mit über 40 Stundenkilometer in einen Kombi, kurz darauf flog der VW auch schon in die Luft. „Wir haben bei der Feuerwehr eine spezielle Ausbildung für Pyrotechnik. Die kam heute zum Tragen“, erklärte Fuchs den simulierten Unfall, bei dem die Zuschauer natürlich zu keiner Zeit in Gefahr waren.

Genug Abstand durch Absperrungen und ein extra gebildeter Wall aus Stahlcontainern der Firma Wittmann sorgten für ausreichend Sicherheit. Ein von der Feuerwehr Unterschleißheim zur Verfügung gestellter Hochleistungslüfter hielt die Flammen und die enorme Rauchentwicklung unter Kontrolle. So konnte man denn gefahrlos den möglichen Ernstfall beobachten.

Erste Schritte: Sicherung der Fahrzeuge, Löschen des Brandherdes. Der Löschtrupp in silbernen Feuerschutzanzüge

n inklusive Atemmaske, die die Männer bis zu 30 Minuten lang mit Sauerstoff versorgte, sprühte sogleich das brennende Fahrzeug mit einem besonders wirksamen Schaumgemisch ein, das die Flammen schnell zum Ersticken brachte. Die beiden frontal wie seitlich ineinander gekrachten Fahrzeuge stabilisierten die Feuerwehrmänner mit speziellen Holzscheiten, dann ging es auch schon an die simulierte Befreiungsaktion der Unfallopfer. Rettungsschere und Spreizer ließen die zerbeulten Autotüren schnell aufspringen, die Personen im Fahrzeuginneren, mittlerweile echte Menschen, die nach dem simulierten Unfall ihren Platz eingenommen hatten, wurden professionell erstversorgt: Stabilisierung des Rückgrats und der Halswirbelsäule, Schutz vor möglichen Auskühlen des Opfers mit speziell beschichteter Goldfolie, bei Bedarf Sauerstoffzufuhr per Atemmaske - nach Befreiung Übergabe an die anwesenden Sanitäter per Krankentrage.

Der Ablauf und auch die Koordination unter den verschiedenen Rettungseinheiten verliefen reibungslos, Kommandant Fuchs konnte zufrieden sein: „Wir betreiben das hier alle ehrenamtlich, das darf man nicht vergessen. Dafür sind wir eine höchst professionelle Truppe.“ Nach gut einer Stunde hatten die 40 Einsatzkräfte die inszenierte Unfallstelle unter Kontrolle.

Natürlich hatten die Gräfelfinger auch einen wirklichen Ernstfall einkalkuliert: Hierfür stand während der Übung die Feuerwehr Planegg in den Startlöchern.

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