Schweres Zugunglück in Ankara: Zahlen zu Verletzten oder Toten noch unklar

Schweres Zugunglück in Ankara: Zahlen zu Verletzten oder Toten noch unklar
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Dreimal jährlich setzt Peter Sickinger Forellen in der Würm ein, hier eine Bachforelle im Laichkleid.

Wenig Wasser in der Würm

Forellen zu gestresst zum Laichen

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Das Problem der Würm war früher eher das Hochwasser, doch jetzt ist das Gegenteil der Fall. Für den Fischbestand ist das schlecht.

Würmtal – Normal ist das nicht. Normalerweise fließen bei Leutstetten 4,7 Kubikmeter Wasser pro Sekunde die Würm hinab. Aktuell sind es 1,64. Der Wasserstand der Würm ist extrem niedrig. Und der Wassermangel macht den Fischen zu schaffen. „Es ist eine Stresssituation für sie“, sagt Christian Leeb, der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes München. Noch kämen die Fische ganz gut damit zurecht, durch die niedrigen Temperaturen sei die Sauerstoffsättigung des Wassers gut. Aber weil die Uferbereiche abflachten, seien die Fische leichtere Beute für Vögel und täten sich schwerer beim Laichen.

Große Sorgen macht sich Leeb noch nicht. „Es wird dann kritisch, wenn der Pegel des Starnberger Sees so abfällt, dass kaum Wasser ins Leutstettener Moos rausfließt, dann läuft die Würm leer.“ Das aber sei mindestens seit 1908, so weit reichen die Daten des Wasserwirtschaftsamtes in Weilheim zurück, nicht vorgekommen, sagt der dortige stellvertretende Leiter Johannes Riedl. Der Wasserstand des Starnberger Sees sei derzeit 13 Zentimeter über seinem niedrigsten Stand in den Aufzeichnungen. Am Leutstettener Pegel sei die Würm in der Vergangenheit auch schon mal mit 0,97 Kubikmeter pro Sekunde vorbeigeflossen. Der absolute Tiefstand ist also nicht erreicht. Besonders im September 2003 und im Winter 1959/1960 sei der Wasserstand der Würm geringer gewesen als heute. Doch Riedl sagt: „Noch zwei Monate ohne Regen, dann kann es schon sein, dass wir den niedrigsten Wert des Seespiegels erreichen.“ Im Laufe des Novembers sei der Pegel immerhin um fünf Zentimeter gesunken.

Leeb hat die Wettervorhersage im Blick: „Ich rechne eher nicht mit einer Entspannung.“ Wenn es Niederschlag gebe, dauere es, bis dieser im Grundwasser ankomme und dann noch einmal, bis dies sich im Starnberger See bemerkbar mache. Komme der Niederschlag in Form von Schnee, dauere es noch einmal länger. Schließlich müsse der Schnee erst schmelzen, bevor er ins Grundwasser gelange. „Es muss mindestens eine Woche richtig schütten“, damit der See sich wieder etwas fülle und damit auch die Würm mehr Wasser habe. Das gebe die Wettervorhersage derzeit nicht her.

Die Fischer im Würmtal sind leicht beunruhigt. Sie konnten heuer bereits spürbar weniger Forellen fangen als sonst. Peter Sickinger aus Gräfelfing hat Fischereirechte an der Würm zwischen Gauting und Pasing gepachtet. Er sagt, aufgrund des Wassermangels „ist kein richtiger Durchfluss da“. Waller und Hecht mache das nichts aus. „Dem Waller ist das alles wurscht.“ Nicht aber der Forelle. Sickinger meint, diese warte derzeit in Gumpen auf bessere Zeiten.

Zwölf Zentner Forellen hat er heuer eingesetzt, in der Regel fischt er zehn Prozent davon wieder raus. Heuer seien es nur drei Prozent gewesen. Bereits im Sommer seien viele Forellen abgewandert und gestorben. „Das Wasser war heuer viel zu warm. Und die, die hart im Nehmen sind, verstecken sich jetzt und können nicht laichen.“ Beispielsweise sei das Renaturierungsstück in Gräfelfing so ausgetrocknet, dass die Forelle dort dieses Jahr nicht habe laichen können. Wenn er an das kommende Jahr und seinen Bestand an Forellen denkt, meint er daher schon jetzt: „Es ist nicht zu erwarten, dass es besser wird.“

Er hatte auf eine Naturverjüngung gehofft, also darauf, dass sich die Forellen aus der Fischzucht in der Würm fleißig fortpflanzen. Der aktuelle Wasserstand ist ihm dabei keine Hilfe.

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