60 Forschergruppen und 20 000 Mäuse

Martinsried - Das Biomedizinische Centrum in Martinsried ist fertiggestellt. Einige Lehrstühle und unzählige Fliegen sind bereits eingezogen.

Rund 20 000 Mäuse warten auf ihr neues Zuhause. Schon bald dürfen sie im Biomedizinischen Centrum (BMC) in Martinsried einziehen. Das Forschungsgebäude soll am 26. Oktober offiziell eingeweiht werden. Bis alle 500 Mitarbeiter dort untergebracht sind, wird bis Anfang kommenden Jahres dauern. Drei Viertel der Mitarbeiter sind Wissenschaftler, aufgeteilt in insgesamt rund 60 Forschergruppen.

Um Krankheiten wie Krebs, Parkinson, Diabetes, Allergien und Multiple Sklerose zu erforschen, arbeiten sie mit Versuchstieren. So ziehen mit den Wissenschaftlern nicht nur 20 000 Mäuse, sondern auch Fliegen, Frösche sowie einige Ratten und Kaninchen im BMC ein. „Für die Tierhaltung sind etwa 2200 Quadratmeter reserviert“, sagt die Sprecherin der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), Luise Dirscherl. Die Fliegenkulturen seien bereits im BMC eingerichtet. Für die Tierhaltung der Mäuse liefen derzeit noch die Testphasen, erklärt Dirscherl.

Die Tiere werden nicht extra angeschafft. „Die Forschungsgruppen, die jetzt ins BMC ziehen und die tierexperimentell arbeiten, haben dies auch schon zuvor getan“, sagt Dirscherl. Die Tierhaltungen an den alten Standorten würden geschlossen. Es dauert, bis sich 60 Forschergruppen installiert haben. Im BMC wird aber nicht nur geforscht, sondern auch gelehrt. Wenn kommenden Montag, 12. Oktober, das Wintersemester losgeht, werden die ersten Studenten ins BMC strömen. Wie viele das sein werden, kann Dirscherl noch nicht genau sagen, die Einschreibungen laufen noch. In der Vergangenheit hieß es, das BMZ biete 2000 Studenten Platz. „Neben Seminar- und Praktikumsräumen gibt es zwei Hörsäle, der größere hat mehr als 900 Plätze“, erklärt die Sprecherin der LMU. Die Kosten für das Forschungsgebäude seien im Rahmen geblieben. Ursprünglich waren 125 Millionen Euro angesetzt. Doch hinzu kommt, wie berichtet, eine Mensa, die ursprünglich nicht geplant war. Baubeginn ist im Frühjahr.

Damit die Wissenschaftler und Studenten bis zu der für 2018 angesetzten Inbetriebnahme der „StuBistroMensa“ nicht hungern müssen, wird improvisiert. Bereits bestehende Verpflegungseinrichtungen der LMU in Martinsried bekommen mehr Sitzplätze und längere Öffnungszeiten. Es wird einen Marktplatz mit Essensständen geben und, mit Eröffnung des BMC, auch eine Espressobar.

„Damit nicht zu viele Studierende gleichzeitig Pausen haben, haben die Fächer ihre Stundenpläne aufeinander abgestimmt“, so Dirscherl. Auf diese Weise ließen sich Stoßzeiten vermeiden. Wissenschaftler und Studenten müssen sich also keine Sorgen um ihre Verpflegung machen und können sich ganz der Forschung, der Lehre und den Tieren widmen. Von Victoria Strachwitz

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