Fragestunde mit der Bürgermeisterin

- Ilse Weiß steht Neurieder Grundschülern Rede und Antwort

VON THOMAS STEINHARDT Neuried - "Ich möchte euch darauf hinweisen, dass es im Gemeinderat immer ganz ruhig ist", sagte Bürgermeisterin Ilse Weiß in ihrer ersten "Kindergemeinderatssitzung" mit leichtem Augenzwinkern. Sie hatte die 23 Kinder der Klasse 4c der Neurieder Grundschule in den Sitzungssaal eingeladen und flunkerte an dieser Stelle etwas, um die Disziplin zu wahren. Die Kinder hielten sich daran, stellten etliche Fragen und hatten richtig Spaß daran.

Wie in der Gemeinderatssitzung der "Großen" mussten die Kinder erstmal ihre Plätze einnehmen. War es Ehrfurcht oder nur Zufall: Wolf Strehlers Platz jedenfalls blieb zunächst einmal leer. Vor den Plätzen standen Getränke, ganz wie im richtigen Gemeinderat. Und eine Sitzungsvorlage gab es auch.

Zunächst erfuhren die Kinder, wie die Gemeindeverwaltung aufgebaut ist. Dabei griff Ilse Weiß auf eine Präsentation zurück, die bei der jüngsten Bürgerversammlung schon gezeigt worden war.

Dann war endlich Raum für das, was die Großen Diskussion nennen würden; das Fragengewitter begann. Wie viele Einwohner Neuried hat und wie Ilse Weiß Bürgermeisterin geworden ist, waren noch die einfachsten Fragen. Schwieriger war schon die nach den Aufgaben einer Bürgermeisterin. Ilse Weiß gab sie an die Kinder zurück. Die vermuteten, dass Weiß entscheiden könne, wo was gebaut werde und dass Ilse Weiß selbst bestimmen könne, wann sie einen neuen Stuhl kauft. Politische Brennpunkte sprachen einige Kinder mit ihren Fragen nach der Fertigstellung der M 4 (neu), des Kindergartens am Kraillinger Weg und des Sportzentrums an. Warum in Neuried alles zugebaut werde, wollte ein anderer Grundschüler wissen, was Ilse Weiß mit dem Hinweis auf das Grunderwerbsmodell erklärte. Die Kinder vermissten Einkaufsmöglichkeiten in Neuried ("Da hat die Gemeinde wenig Einflussmöglichkeiten", so Weiß), eine Lampe am Skaterpark und einen Kiosk in der Schule. Kritisiert wurde, dass die Unterführung und die Wiese neben der Tankstelle stark verschmutzt seien und dass es kein Schwimmbad in Neuried gebe.

Als die Klassenlehrerin Heidemarie May nach gut einer Stunde mahnend auf die Uhr schaute und die Kinder zurück ins Klassenzimmer bat, waren längst nicht alle Fragen gestellt. Ilse Weiß versprach, auf schriftliche Eingaben zu antworten und die eine Frage, die offen geblieben war, zu recherchieren. Eines der Kinder hatte nämlich wissen wollen, seit wann es überhaupt Bürgermeister gebe und Weiß damit "kalt erwischt".

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