Frank Sommer (Grüne) kandidiert fürs Bürgermeister-Amt

Gräfelfing - Auch die Gräfelfinger Grünen schicken einen Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters ins Rennen: Frank Sommer wurde auf der Aufstellungsversammlung einstimmig nominiert.

Seit elf Jahren sitzt Sommer für die Grünen im Gräfelfinger Gemeinderat, nun will er, wie schon 2002, für den Chefsessel im Rathaus kandidieren. Von den Mitgliedern des Grünen-Ortsverbandes hat er schon einmal die volle Rückendeckung bekommen: Alle 17 erschienenen Ortverbandsmitglieder wählten ihn auf der Nominierungsveranstaltung am Samstag im Lochhamer Pschorrhof. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.

In seiner Ansprache machte Sommer sich für mehrere politische Ziele stark: Zum einen forderte er die Errichtung eines Lärmschutzwalles entlang der Wohngebiete, die vom Verkehr auf der Lindauer Autobahn besonders stark betroffen sind. Eine Tunnellösung, wie mehrheitlich im Gemeinderat favorisiert, kommt für den 35-jährigen Rechtsanwalt nicht in Frage: "Der Lärmschutzwall ist eine vernünftige Lösung, denn sie ist billiger und in absehbarer Zeit zu realisieren." Die Fertigstellung des Tunnels hingegen werde sicherlich Jahrzehnte benötigen.

Scharfe Kritik übte Sommer an der Rathauspolitik zur geplanten neuen Staatsstraße 2063: "Wir lehnen das Vorhaben ganz klar ab." So sei die derzeit eifrig diskutierte Variante, die eine Trassenführung durch ein unbebautes Feld zwischen Pasing und Lochham vorsieht, aus ökologischen Gründen abzulehnen und wirke sich zudem auf die Heitmeiersiedlung nachteilig aus: Diese werde dann von vier Straßen umgeben sein. Landschaftsverschönernde Pläne wie den Bau von Brücken nannte Sommer "ökologische Kosmetik". Zudem stellte er in Frage, dass die neue Straße tatsächlich den gewünschten Nutzen ­ eine deutliche Reduzierung des Verkehrs durch die Würmtal-Gemeinden ­ bringen werde: So werde das Fahrzeugaufkommen an der Pasinger Straße etwa den Prognosen zufolge von 18 000 auf lediglich 12 000 Autos beschränkt werden: "Das soll die Lebensqualität der Bürger steigern?" Allerdings räumte er ein, dass die Staatsstraße im Gemeinderat mehrheitlich gewollt sei und die Grünen das Bauvorhaben wohl nicht mehr würden verhindern können.

Auch in puncto Öffentlichkeitsarbeit will Sommer neue Akzente setzen: Es störe ihn, dass hochrelevante Themen immer öfter in nicht-öffentliche Sitzungen verlegt und damit an den Bürgern vorbeigeschleust würden. "Plötzlich liegt dann ein Trambahn-Konzept auf dem Tisch, das vorher noch kein Gemeinderat gesehen hat." Ferner kritisierte er, dass Beschlüsse von der Verwaltung oft nicht umgesetzt würden.

Auch die vom Vorstand erarbeitete Liste für die 24 Gemeinderatskandidaten und einen Ersatzkandidaten ging der Wahl einstimmig durch.

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