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In diesem Seniorenheim in Krailling war die Bewohnerin zur Kurzzeitpflege. Nun ist sie tot. 

Unglück in der Kurzzeitpflege

Falsche Dosis: Frau stirbt in Kraillinger Seniorenheim

Krailling -  Das Personal eines Caritas-Altenheims in Krailling (Kreis Starnberg) hat einer Bewohnerin zu große Mengen eines Medikaments gegeben. Jetzt ist die Frau tot – und die Kripo ermittelt.

Es ist ein sehr konkreter Verdacht – und er wiegt schwer. Pflege-Mitarbeiter des Caritas-Altenheims Maria Eich in Krailling (Kreis Starnberg) haben einer Bewohnerin ein Medikament zu oft verabreicht. Die Frau kam ins Krankenhaus und starb. Ob die Überdosis zum Tod führte, ist noch nicht geklärt. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Die Frau war seit Mitte Januar zur Kurzzeitpflege in dem Heim, sie starb Anfang Februar. Details wollte die Caritas nicht preisgeben. Auch Einzelheiten dazu, wie es zu der Überdosierung des Medikaments kam, gibt es nicht. Caritas-Sprecherin Adelheid Utters-Adam sagte aber, in den Fall seien mehr als zwei Mitarbeiterinnen des Heims involviert. Wie viele genau, sagte sie nicht. Nur dies: Die Pflegekräfte arbeiten auch weiterhin in dem Heim.

Das muss wundern, zumal eine Prüfung nach dem Vorfall keine Fehler im System des Heims ergab. Das bestätigt auch Utters-Adam und stellt fest: „Wenn so etwas passiert, obwohl alles vom Ablauf her richtig eingefädelt ist, dann ist das menschliches Versagen.“ Trotzdem nimmt sie die beteiligten Mitarbeiterinnen in Schutz. Sie seien zuverlässige und erfahrene Kräfte. „Dass jemand etwas falsch macht, kann man da, wo Menschen arbeiten, nie ausschließen.“

Pflege-Kritiker Fussek warnt: „Das ist keine Bagatelle

Pflege-Kritiker Claus Fussek warnt davor, solche Vorfälle herunterzuspielen. „Das ist keine Bagatelle“, sagte er. Allerdings hält er es auch für zu einfach, das Problem in persönlichem Fehlverhalten zu suchen. Fälle von Überdosierungen gebe es öfter, und zwar nicht aus Zufall. „Die Dinge sind doch logisch, wenn man weiß, wie überlastet das Personal in sehr vielen Einrichtungen ist.“

Zugleich lobte Pflege-Kritiker Fussek den Umgang der Caritas mit dem Vorfall als vorbildlich. Offenbar informierte sie die Heimaufsicht im Landratsamt Starnberg und die Kriminalpolizei sofort nachdem das Personal die Überdosis bemerkt hatte. Nach dem Tod der Bewohnerin schickten die Geschäftsführerin Altenheime, Doris Schneider, und die Altenheimleiterin Diana Sturzenhecker ein Schreiben an die Bewohner und deren Angehörige. Darin schildern sie den, wie sie erklären, „sehr bedauerlichen Vorfall“ und erläutern das weitere Vorgehen sowie die Konsequenzen.

Möglich, dass das zur Beruhigung beigetragen hat. Jedenfalls gebe es keine Anzeichen dafür, dass die Bewohner in Krailling beunruhigt seien, sagt Utters-Adam. Um weitere Fehler zu vermeiden, würden die Medikamente aber ab jetzt von einer weiteren Fachkraft überprüft. Dieses Vier-Augen-Prinzip sei gemeinsam mit der Heimaufsicht entwickelt worden, sagt deren Leiter Peter Distler-Hohenstatt.

Alles weitere liegt bei der Kriminalpolizei, die sich gestern zu dem Fall nicht äußerte. Pflegekritiker Fussek geht aus Erfahrung davon aus, dass die Ermittlungen eingestellt werden. Wenn nicht, will die Caritas ihre Pflegerinnen laut Utters-Adam nicht alleine lassen: „Sie erhalten von uns rechtlichen Beistand durch eine Rechtsanwaltskanzlei, sollte dies notwendig werden“.

Victoria Strachwitz

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