Friedmann: Stadtbahn statt U-Bahn

- Abschied von alter Forderung

VON HARTMUT BRINGS Planegg - Dieter Friedmann nimmt offensichtlich ganz leise Abschied von der Verlängerung der U 6 bis auf den Martinsrieder Uni-Campus. Als Alternative schlägt Planeggs Bürgermeister den Bau der Stadt-Umland-Bahn bis nach Großhadern vor.

Friedmann präsentierte seine Idee am Montag erstmals den überraschten Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt, Verkehr und Kultur. Bislang vertrat die Gemeinde Planegg vehement die Position, dass eine Genehmigung weiterer Uni-Bauten von der Realisierung des U-Bahn-Ausbaus abhängig gemacht wird. Doch weil beim Thema U 6 "nichts voran geht" (Friedmann), will Planegg dem Freistaat nun eine Alternative anbieten.

Und die könnte so aussehen: Die U 6 fährt nach wie vor weiter bis Großhadern. Die von Planegg ebenfalls befürwortete Stadt-Umland-Bahn macht auf der Strecke Fürstenried West-Germering nicht erst in Höhe Martinsried den Abstecher nach Norden, sondern schon von Neuried aus durch den Fürstenrieder Wald bis zum Klinikum. Von Großhadern aus könnte die Stadt-Umland-Bahn dann die für die U-Bahn frei gehaltene Trasse bis zum Campus nutzen.

Der Vorteil: Nach Schätzungen von Arne Petersen vom Büro Beraten, Planen, Realisieren (BPR) kostet die Stadt-Umlandbahn-Strecke durch das komplette Planegger Gemeindegebiet in etwa so viel wie die U-Bahn-Verlängerung mit nur einer Station bis zum Campus. Der Nachteil: Die Studenten müssten in Großhadern umsteigen.

Ob Friedmanns Überlegung im Planegger Gemeinderat mehrheitsfähig ist, steht auf einem anderen Blatt. Der Ausschuss nahm den Vorstoß positiv auf. Auch Petersen machte den Planeggern Mut, dass der vorgezeichnete Weg angesichts der leeren Kassen der öffentlichen Hand eine interessante Alternative darstellen könnte.

Was bleibt, sind die ungelösten Probleme einer Trassenführung der Stadt-Umland-Bahn in Planegg. BPR schließt die westliche Germeringer Straße im Prinzip aus - es sei denn, zwischen Altenheim und Würm-Brücke würde die Kreisstraße gesperrt. Die Schienen durch die Bahnhofstraße (Petersen: "Die Bahn muss da fahren, wo Leben ist") werden von einigen Gemeinderäten kritisch gesehen. Außerdem bleibt die Überquerung der Bundesbahn-Strecke ein Problem. Der ÖPNV-Experte und der Bürgermeister sprachen von einer "Vision".

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