Furioser Abschied

- Saison-Ende: Joseph Hong begeistert Publikum zum letzten Mal

VON TILMANN MEHL Gräfelfing - Vier Spieler, zwei Platten, einzigartiger Sport. Die Tischtenniscracks des TSV Gräfelfing zeigten sich am letzten Spieltag der Saison noch einmal von ihrer Schokoladenseite. Unerwartet deutlich wurde am Sonntag der TTC Rhön Sprudel Fulda-Marberzell mit 9:4 besiegt. Und das, obwohl es für Richard Prause und Co. eigentlich um nichts mehr ging.

Durch die 7:9-Niederlage am Vortag gegen den TTC Fortuna Passau (siehe oben rechts) war der anvisierte dritte Platz in der Endabrechnung zum unerreichbaren Ziel geworden. Trotzdem lieferten die Wölfe eine ihrer besten Saisonleistungen ab.

Vor allem Joseph Hong war anzumerken, dass er in dem letzten Spiel seiner Karriere die Platte nicht als Verlierer verlassen wollte. Das Doppel mit Yang Lei verdiente sich das Attribut Spitzentischtennis. Mit 0:2 Sätzen und 6:10 lag das Chinesische Duo bereits zurück. Doch auf einmal legte das Gräfelfinger Team den Schalter um. Durch spektakuläre Schläge und die aufkommende Unsicherheit ihrer Gegenüber Thomas Keinath und Michal Dziubanski konnten sie das Spiel noch drehen. Nachdem sie Satz drei doch noch mit 17:15 für sich entschieden, spielten sie sich in einen kleinen Rausch und gewannen die Sätze vier und fünf mit 11:9 und 12:10.

Nachdem die Wölfe mit einer 2:1-Führung aus den Eröffnungsdoppeln gingen, schienen die Zeichen schon Richtung Sieg zu stehen, dann jedoch geschah Unvorhergesehenes. Richard Prause und Yang Lei verloren im ersten Paarkreuz ihre Einzel, und die Führung war dahin. Während Lei gegen Dziubanski wenigsten einen Satz gewinnen konnte, war Prause gegen Keinath chancenlos. Wiederum Hong war es vorbehalten, für einen entscheidenden Punkt zu sorgen. Im zweiten Krimi des Tages rang er Peter Rohr in fünf Sätzen nieder.

Nach der Niederlage von Daniel Demleitner gegen Pasi Valasti waren es dann nur noch die Wölfe, die punkteten. Nachdem Schauer sein Einzel gegen Michael Schneider gewann, konnte sich endlich Alexander Möst in Szene setzen. Genau wie Hong stand auch er zum letzte Mal an der Platte für die Gräfelfinger. Er siegte in fünf Sätzen gegen Glenn Larsen.

Nachdem Lei den überragenden Keinath in vier Sätzen entzaubert hatte und Prause sein Einzel gewann, richteten sich alle Augen auf Hong. In seinem letzten Einzel der Karriere hatte er es mit dem Finnen Valasti zu tun. Nach gewonnenem ersten Satz gab er die beiden folgenden Durchgänge ab. In Satz vier lag er bereits mit 5:9 hinten, ehe lautes rhythmisches Klatschen in der Halle einsetzte. Mit einer selten gesehenen Energieleistung schaffte es Hong, das Spiel noch für sich zu entscheiden. Nach dem verwandelten Matchball brandete Beifall in Rekordlautstärke auf. Der sichtlich bewegte Hong dankte den Zuschauern und steckte den Tischtennisschläger ein letztes Mal in seine Tasche.

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