Futuristischer Treffpunkt: Boardinghouse des IZB eingeweiht

Planegg - Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner hat am Dienstag in Martinsried das neue Boardinghouse des IZB eingeweiht. Es soll Wissenschaftlern als Treffpunkt dienen.

8,3 Millionen Euro Baukosten, 28 Meter Höhe, 42 Zimmer und erbaut in Rekordzeit von nur 18 Monaten: Das Boardinghouse des Gründerzentrums Biotechnologie IZB, genannt „Campus At Home“, ist das neue architektonische Highlight auf dem Martinsrieder Campus. Darin waren sich die Gäste bei der Eröffnung des achtstöckigen Hauses am Dienstag einig. Mit seiner weißen, organisch anmutenden Aluminiumhaut wirke es „elegant und modern“ zugleich, erläuterte Architekt Juergen Stark seine Idee.

Einer der ersten Gäste im Hotelturm war Anfang Oktober Edward Moser, der diesjährige Nobelpreisträger für Medizin. „Er hat mir gesagt, dass seine Nacht sehr erholsam war“, so IZB-Geschäftsführer Peter Hanns Zobel in seiner Festansprache. Das neue Haus ist bereits die zwölfte bauliche Erweiterung des IZB seit Gründung im Jahr 1996. Aus 1000 m2 Mietverfläche für Unternehmensgründer im Biotechnologie-Sektor sind inzwischen 25 000 m2 geworden.

Mit seinem Wissenschafts-Club im achten Stock solle das Hotel ein Ort sein, wo sich Wissenschaftler, Professoren und Geschäftsführer des Campus’ Martinsried ungezwungen treffen und ins Gespräch kommen könnten, sagte Zobel. „Mein Wunsch wäre, dass dieser Ort in Zukunft der Ursprung von neuen Unternehmenskonzepten, von neuen Unternehmen und damit von neuen Arbeitsplätzen wird.“ Man könne aber auch nur das Alpenpanorama genießen und ein Bier trinken, so Zobel augenzwinkernd.

Bayerns stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner lobte das IZB-Hotel als „herausragendes Leuchtturmprojekt“, das eine Lücke auf dem Campus Martinsried schließe. Die Biotechnologie sei „eine Schlüsseltechnologie“ des 21. Jahrhunderts. Der Freistaat habe in den vergangenen zehn Jahren 690 Millionen Euro in diesem Bereich investiert. Den Cluster Martinsried nannte Aigner „einzigartig in Europa und nun auf einer Ebene“ mit Wissenschafts-Zentren in den USA. Über die Hälfte der mittelständischen Unternehmen Deutschlands im Bereich Biotechnologie seien in Martinsried beheimatet, sagte Aigner. „Hier schlägt das Herz der Biotechnologie in Europa.“ Im Bereich des Wagnis-Kapitals („Venture Capital“), also Geld, das Firmengründern zur Verfügung gestellt wird, habe Deutschland noch erheblichen Nacholbedarf, stellte die Ministerin fest.

Der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Professor Martin Stratmann, sagte, dem neuen Campus-Tower komme eine wichtige Rolle bei der Vernetzung des Wissenschaftsstandorts München mit seinen rund 600 Professoren und 100 Firmenchefs im IZB zu.

IZB-Geschäftsführer Zobel kündigte an, bereits Pläne für die Erweiterung des Gründerzentrums im Kopf zu haben. Diese würde er gerne „bei einem Bier, ganz handlungsentlastet“ im Wissenschaftsclub im achten Stock des neuen Hotelturms diskutieren, so Zobel in Richtung Ilse Aigner. Die Ministerin nahm die Einladung gerne an.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Volkstrauertag ohne Volk
Der Volkstrauertag verliert vielerorts an Bedeutung. Im Würmtal werden die Fahnen am Wochenende hochgehalten. Krailling und Planegg haben dafür ihr Format geändert.
Volkstrauertag ohne Volk
Behörde gegen Landwirt: Bio-Hühnerstall passt nicht in Landschaft - erste Tendenz für Urteil
Rudolf Heidrich hat einen von Tierschützern hoch gelobten fahrbaren Hühnerstall. Doch das Landratsamt Starnberg sieht darin eine Störung des Landschaftsbilds. Der …
Behörde gegen Landwirt: Bio-Hühnerstall passt nicht in Landschaft - erste Tendenz für Urteil
Einbrecher erbeuten Schmuck
Bei einem Wohnungseinbruch in Planegg haben die Täter am Mittwoch Wertgegenstände erbeutet.
Einbrecher erbeuten Schmuck
Lochhams neue Ortsteilmitte
Nicht nur der Jahnplatz als Lochhamer Ortsteilzentrum westlich der Bahn strebt derzeit einer städtebaulichen Neuordnung und Aufwertung entgegen. Auch im Osten des …
Lochhams neue Ortsteilmitte

Kommentare