Ganztagsklassen: 30 Cent mehr fürs Mittagsessen

Krailling - Eltern müssen für die Verköstigung ihrer Kinder in den Ganztagsklassen der Kraillinger Grundschule künftig mehr bezahlen. Dies beschloss der Gemeinderat am Dienstag.

Für eine Mahlzeit ihrer Kinder müssen Eltern von Kraillinger Ganztagsschülern derzeit 3,50 Euro am Tag aufwenden. Womit sich allerdings, wie die Erfahrung gezeigt hat, nicht die für Essensausgabe und Spüldienst benötigten Minijob-Kräfte finanzieren lassen. Für die Deckung des Defizits von rund 10 000 Euro sollen ab dem Schuljahr 2013/14 Eltern und Gemeinde jeweils zur Hälfte aufkommen.

Bisher wurde die Finanzlücke durch Gelder gestopft, die eigentlich für pädagogische Zusatzangebote bestimmt waren. 24 000 Euro stehen der Schule für ihre vier Ganztagsklassen zur Verfügung, um die Freizeitaktivitäten der Kinder attraktiv zu gestalten. Ein Großteil geht allerdings für Essensausgabe und Spülen drauf. Zudem werden 70 Prozent der Lehrerstunden, die Ganztagsklassen zusätzlich bewilligt sind, für die Betreuung der Kinder während des Mittagessens benötigt. Hier ist aber Besserung in Sicht: Wie Bürgermeisterin Christine Borst mitteilte, hat die Gemeinde für die Beaufsichtigung der Kinder inzwischen einen Bufdi, einen Dienstleistenden im Bundesfreiwilligendienst, gefunden.

Vor die Entscheidung gestellt, das Defizit durch eine Essensgelderhöhung oder einen Gemeindezuschuss auszugleichen, entschied sich der Gemeinderat am Dienstag für einen Kompromiss. Eltern müssen künftig pro Mahlzeit 3,80 Euro und damit 30 Cent mehr bezahlen, gleichzeitig wird die Gemeinde 5000 Euro und damit einen ähnlichen Kostenanteil zuschießen.

Der Entscheidung gingen am Dienstag lebhafte Diskussionen voraus. Dietlind Freyer-Zacherl (FBK) sprach sich dagegen aus, den Eltern weitere Kosten aufzubürden. Ähnlich sah es ihre Fraktionskollegin Michaela Weiss. Die Gemeinde habe sich für die Ganztagsklassen entschieden und stehe deshalb jetzt in der Verantwortung. Eleonore Zwißler (CSU) mahnte dagegen zum Sparen und plädierte für den Alternativvorschlag der Verwaltung, das Essensgeld um 60 Cent/Tag anzuheben und so allein über Elternbeiträge das Defizit zu decken. „In Krailling lebt ein Klientel, das diese Erhöhung übernehmen kann.“ Für Sozialfälle gebe es in der Gemeinde stets genügend Anlaufstellen, so Zwißler.

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