Spielplatz im Kindergarten der „Würmeulen“. Die Betreuungsgebühren sollen ab dem 1. September 2015 drei Jahre lang um jeweils zehn Prozent angehoben werden.
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Spielplatz im Kindergarten der „Würmeulen“: Die Betreuungsgebühren sollen ab dem 1. September 2015 drei Jahre lang um jeweils zehn Prozent angehoben werden.

Bis zu 30 Prozent

Planegger Kitas werden deutlich  teurer

Planegg - Eltern, die ihre Kinder in gemeindlichen Einrichtungen betreuen lassen, müssen bald mehr bezahlen. Proteste sind in Planung.

Die endgültige Entscheidung fällt der Planegger Gemeinderat erst am Donnerstag, 26. März. Doch die Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses dürfte Signalwirkung haben. Der Ausschuss sprach sich am Montagabend ohne jedwede Diskussion dafür aus, in den nächsten drei Jahren die Gebühren für die Krippe (Kinderhaus Josefstift) um jeweils fünf Prozent, für die Kindergärten (Kinderhaus Josefstift und „Würmeulen“) sowie den Kinderhort um jeweils zehn Prozent anzuheben. Dagegen stimmten Michaela Erdmann und Hermann Nafziger (beide CSU), ohne ihre Ablehnung jedoch näher zu begründen.

Fast eine halbe Million Defizit

Laut Kämmerer Peter Vogel hat die Gemeinde Nachholbedarf, seit 2011 habe es keine Erhöhung mehr gegeben. Die Ausgaben im Betreuungsbereich seien seither durch mehr Personal, zusätzliche Betriebskosten, Tariferhöhungen und nicht zuletzt die Arbeitsmarktzulage für Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen aber gestiegen. Der Kosten-Deckungsgrad liege bei den gemeindlichen Einrichtungen bei 70 Prozent, das heuer erwartete Defizit bei 472.000 Euro.

Vogel verwies darauf, dass die Planegger Gebühren im Vergleich zu Einrichtungen umliegender Gemeinden bis dato deutlich niedriger seien. Durch die Erhöhung könne man in den nächsten drei Jahren insgesamt rund 76.000 Euro mehr einnehmen, so seine Schätzung. Zudem seien die kirchlichen Kindergärten und der AWO-Hort, mit denen die Gemeinde Defizitverträge abgeschlossen hat, angehalten, ihre Gebühren ebenfalls anzupassen. Damit verringerten sich die Defizitzahlungen der Gemeinde weiter, erläuterte der Kämmerer.

Mehr Eltern sollen Förderung erhalten

 Um die Erhöhung etwas sozialverträglicher zu gestalten, empfahl der Ausschuss auf Vorschlag der Verwaltung, die Förderrichtlinien zu ändern. Eltern mit geringem Einkommen haben die Möglichkeit, beim Landratsamt einen Antrag auf teilweise Übernahme der Betreuungskosten zu stellen. Die Bemessungsgrenze hierfür soll von 50.000 auf 60.000 Euro Bruttojahreseinkommen angehoben werden.

Eltern wollen protestieren

In den gemeindlichen Kindergärten stößt die Gebührenanhebung auf massive Ablehnung. „Eine wirtschaftliche Begründung für die Erhöhung (...) konnten Sie uns im Gespräch nicht erläutern, so dass der Hauptgrund für die Erhöhung wohl einzig die Angleichung an die umliegenden Gemeinden ist“, heißt es in einem Schreiben des Elternbeirats des Kindergartens „Würmeulen“. Nach Ansicht des Elternbeirats im Kindergarten Josefstift handelt es sich um eine rein politische Entscheidung, da „sich Erhöhungen immer besser am Anfang einer Legislaturperiode durchsetzen lassen als vor einer Wahl“.

856 Euro mehr im Jahr

Von einem „schlechten Signal“ für Familien spricht Bernhard Koller, dessen zwei Kinder Krippe und Kindergarten des Josefstift besuchen. Er hat sich durchgerechnet, was ihn die Gebührenerhöhung kosten würde: Bei einer Betreuungszeit von sieben bis acht Stunden müsste er ab September 2017 rund 856 Euro im Jahr mehr aufbringen als noch heute. Bernhard Koller und andere Eltern wollen die Erhöhung nicht stillschweigend schlucken. Um Möglichkeiten des Protests auszuloten. ist am morgigen Donnerstag, 5. März, um 17 Uhr ein Eltern-Treffen im Planegger Bräustüberl anberaumt. Im Gespräch ist unter anderem, am Tag der Ratsabstimmung Flagge zu zeigen – und vor dem Planegger Rathaus zu demonstrieren.

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