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Kaum Platz für zwei: An den Engstellen bleibt Isabelle lieber an der Hand ihres Vaters Tobias Jäger, um sicher zur Schule zu kommen.

Gefährlicher Schulweg

Polizei teilt Sorge Kraillinger Eltern

Der Schulweg in Krailling wird zum Politikum. Die Gemeinde hat eine neue Route bestimmt. Eltern und Polizei finden den Weg aber zu unsicher für die Kinder.

Viele Kraillinger Eltern sind besorgt. Sie finden den Schulweg ihrer Kinder nicht mehr sicher genug. Grund dafür ist eine Änderung der Route. Die Gemeinde hat damit das Gegenteil vom dem erreicht, was sie bezweckte. Sie veranlasste kürzlich, dass Schulkinder nur noch auf der Maibaumseite der Pentenrieder Straße Richtung Grundschule laufen dürfen. Die andere Straßenseite ist tabu. Der Grund ist die Baustelle auf der Sanftlwiese. Die Lastwagen, die von der Ludwigstraße auf die Pentenrieder Straße einbiegen, könnten die Kinder sonst gefährden, so die Befürchtung im Rathaus. Die Eltern bestätigen diese Angst. Aber nicht alle betrachten die Lösung der Gemeinde als gelungen.

Isabelle Jäger besucht die erste Klasse der Grundschule. Ihr Vater Tobias Jäger begleitet die Sechsjährige morgens zur Schule und ist entsetzt. Der Weg entlang der südlichen Seite der Pentenrieder Straße sei an einigen Stellen schmaler als der Schulranzen seiner Tochter. Besonders wenn die Mülltonnen vor den Häusern stünden, werde es für die Kinder gefährlich, sagt er. Was ihn wundert ist, dass er vor rund zwei Jahren in einer Sitzung des Gemeinderates vernommen haben will, dass die Gemeinde die südliche Seite der Pentenrieder Straße für zu gefährlich gehalten und daher die Anweisung erteilt habe, die nördliche Straßenseite als Schulweg zu benutzen.

Kraillings Bauamtsleiter Helmut Mayer sagt: „Wir wissen, dass das die schlechtere Alternative des Schulwegs ist.“ Es sei auch nur eine temporäre Lösung. Die Route sei nur angesagt, bis der Schwerlastverkehr weniger werde. Um die Gefahr des engen Schulweges zu umgehen, nimmt Jäger nun einen Umweg in Kauf. „Ich will nicht die Autorität der Schulweghelfer unterwandern“, sagt er.

Der Leiter der Planegger Polizeiinspektion Siegfried Janscha, sagt über die Lösung der Gemeinde: „Es hat sich herausgestellt, dass es ungünstig ist.“ Der Gehsteig sei dort relativ eng, die Kinder müssten zweimal die Fahrbahnseite wechseln, es brauche zwei zusätzliche Schulweghelfer, die größeren Kinder nähmen die neue Route nicht an, und die Eltern protestierten. Zwar sei ein Beamter seiner Inspektion in die Entscheidungsfindung der Gemeinde einbezogen gewesen. Aber sein Kontaktbeamter für Krailling sei nun auch der Meinung, „es wäre besser, den alten Schulweg beizubehalten und einen Schulweghelfer an die Ludwigstraße zu stellen“. Bis eine Lösung gefunden sei, sagt Janscha: „Wir stellen unseren Kontaktbeamten an die Ludwigstraße.“

Damit sind die Kinder, die die Anweisung der Gemeinde derzeit ignorieren, sicherer. Zudem will die Polizei das Gespräch mit der Gemeinde suchen. Jäger will das Thema auch in der Bürgerfragestunde vor der Sitzung des Bauausschusses am Dienstag ansprechen. Für Mayer ist die aktuelle Route nicht in Stein gemeißelt. „Sie ist momentan das geringere Übel“, sagt er. Vielleicht wird der Schulweg also bald zurückverlegt.

Victoria Strachwitz

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