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Wildunfälle sind i m Würmtal ausgesprochen häufig. Autofahrer sollten darauf vorbereitet sein. Foto (Symbolbild) 

Zusammenstösse häufen sich

Gegen Wildunfälle gewappnet sein

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Gleich drei Autofahrer sind am Wochenende bei Martinsried mit Rehen kollidiert. Das klingt nach viel – und liefert einen Grund, sich zu wappnen.

Würmtal – Morgens früh und abends in der Dämmerung, das sind die kritischen Zeiten. Da ist das Wild in den Wäldern des Würmtals unterwegs und kreuzt auf den Straßen den Berufsverkehr. Nicht nur Jäger, auch Versicherer und App-Entwickler machen sich dazu Gedanken.

In Martinsried ließen allein am vergangenen Wochenende drei Rehe ihr Leben. Und nicht nur dort kommt es regelmäßig zu Kollisionen. Bei Ernst Wiedemann, dem Leiter der Gautinger Polizeiinspektion, klingelt fast täglich das Telefon: Ein Wildunfall muss der Polizei angezeigt werden. Die meisten Autofahrer handeln richtig – aber nicht alle. „Es ist ganz schlimm, wenn sich einer nicht meldet, und das Reh liegt verletzt herum“, sagt Ernst Wiedemann. „Wer einen Wildunfall hat und ihn der Polizei meldet, hat keine Konsequenzen zu befürchten.“ Wer aber dabei beobachtet werde, wie er ein Tier anfahre und dieses zurücklasse, bekomme eine Anzeige nach dem Tierschutzgesetz.

Nach einem Wildunfall besteht Meldepflicht

Das Melden des Unfalls lohnt sich doppelt: Dann gibt es von der Polizei eine Wildunfallbescheinigung. Die braucht, wer seinen Schaden bei der Versicherung geltend machen will. Doch nicht alle Versicherungen reagieren gleich. Franz Scherer von der Allianz in Gräfelfing rät Autobesitzern, ihre Bedingungen anzuschauen. Eventuell müssten Verträge angepasst werden. „Wildunfälle sind immer in der Teilkasko, da brauche ich keine Vollkasko“, erklärt er. Die meisten Versicherungen hätten früher Unfälle mit Haarwild, also Rehen und Wildschweinen, abgedeckt. Wer über einen neueren Vertrag verfüge, habe in der Regel bei einem Unfall mit egal welcher Art von Tier Anspruch auf Leistung. Das sei zu begrüßen. „Es kann auch mal eine Kuh auf der Straße stehen.“

Jäger berichten über weitere Unfälle

Der Jäger Otto Musch berichtet von weiteren Unfällen in der Woche zuvor, ebenfalls in Neuried und Martinsried. In seinem Kraillinger Revier habe er heuer bereits Unfalltode von fünf Wildschweinen und zwei Rehen zu beklagen. Jan Staugaard, dessen Revier auf Planegger Flur in Richtung Germering liegt, berichtet von zehn Kollisionen in seinem Gebiet.

Hilft App namens Wuidi?

Um Wildunfälle zu verringern, arbeiten die Jäger oft mit Reflektoren entlang der Straßen. „Aber die helfen nur eine gewisse Zeit“, meint Musch. Ist eine App namens Wuidi die Lösung? Autofahrer, die diese installiert haben, werden gewarnt, wenn sie durch gefährdete Gebiete fahren. Sollte es dennoch zur Kollision kommen, erhält der Autofahrer Infos zum richtigen Verhalten – und der Revierinhaber Angaben über den Unfall. Damit ist wohl allen Beteiligten geholfen.

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