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Die Freude über eine gemeinsame Zukunft überwiegt: Im Pfarrsaal von St. Stefan prosten sich zu (v.li.): Kaplan Martin Siodmok, Diakon Wolfgang Kustermann, Thomas Heidenreich, Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg, Pfarrer Markus Zurl und Peter Köstler.

Erhebungsfest für gemeinsamen Pfarrverband

Gegenseitige Bereicherung im Vordergrund

Gräfelfing - Die Pfarreien St. Stefan aus Gräfelfing und St. Johannes Evangelist aus dem Ortsteil Lochham haben sich zu einem Pfarrverband vereinigt.

Schon im Jahr 2002 schrieb der Merkur: „Die beiden Pfarreien Gräfelfing und Lochham werden vereint.“ Daran erinnerte Peter Köstler, Pfarrgemeinderats-Vorsitzender aus Lochham, in seiner Ansprache. Doch erst nach gut 15 Jahren war es soweit: In der übervollen Gräfelfinger Pfarrkirche St. Stefan feierten die Gläubigen am Sonntag mit Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg den großen offiziellen Festgottesdienst für den fusionierten Pfarrverband beider Gemeinden.

„Das ist wie eine Hochzeit“, blickte der Gräfelfinger Pfarrgemeinderatsvorsitzende Thomas Heidenreich hoffnungsfroh in die Zukunft. „Wir freuen uns, eine neue Pfarrei zu haben“, erklärte sein Lochhamer Kollege Peter Köstler zum Finale des großen Festgottesdienstes mit Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg.

Die Vorbereitungen für die Zusammenlegung von St. Stefan in Gräfelfing und St. Johannes Evangelist im Ortsteil Lochham liefen zuletzt auf Hochtouren. Im September 2016 war die erste Etappe geschafft: Pfarrer Markus Zurl und Kaplan Martin Siodmok kamen damals neu nach Gräfelfing (wir berichteten). „Wir fanden offene Türen“, erzählte Markus Zurl (43) beim anschließenden Empfang im Parrsaal dem Münchner Merkur vom herzlichen Empfang der jetzt 6500 Katholiken aus beiden fusionierten Gemeinden.

„Mit unserem neuen Pfarrer haben wir großes Glück“, schwärmt die Barmherzige Schwester Clementine aus Lochham. Denn der Niederbayer komme bei den Gläubigen beider Gemeinden „sehr gut an“, so die Schwester von der Seelsorgestelle für psychisch Kranke in St. Evangelist. Strahlend fügt die Seelsorgerin und Nonne hinzu: „Wir könnten keinen besseren Pfarrer haben.“

Beim Sektempfang quoll der große Gräfelfinger Pfarrsaal über: Ehrenamtliche beider Gemeinden balancierten Tabletts mit feinen Häppchen durch die Menge. Peter Köstler begrüßte Bürgermeisterin Uta Wüst, Vereinsvertreter und Ratskollegen. „Seit heute Morgen um sechs Uhr haben wir 2500 Brötchen geschmiert“, verriet Thomas Heidenreich. Auch Priester Markus Zurl hatte bei der Gemeinschaftsaktion mit angepackt: Er hätte die Rechnungen von seiner Amtseinführungsfeier im September abgezeichnet – und sich gefragt: „Müssen diese Kosten sein?“ Zurl fand es daher ein „schönes Bild“, gemeinsam „zu werkeln“ und das „neue Haus“ beider Gemeinden aufzubauen – anstatt sich nur bedienen zu lassen.

„Wir haben zwar eventuell weniger Gottesdienste in Gräfelfing“, aber: „Wir haben neue Kollegen und Räume in St. Evangelist Lochham dazu gewonnen“, resümierte der Gräfelfinger Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Thomas Heidenreich. Die Fusion sei wie eine Hochzeit „mit Geschenken“. Doch brauche es Zeit, um die Umstrukturierung auf allen Ebenen zu vollziehen. Damit aus der Zwangsehe „keine Scheinehe“ werde, sei es wichtig, dass beide Pfarreien im neuen Verbund „gemeinsame Kinder“ in die Welt setzten, selbstständige Stärken behielten – „und Kompromisse schließen“, sprach der verheiratete Gräfelfinger aus Erfahrung.

Christine Cless-Wesle

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