Männer bauen Dach aus.
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Beim Dachausbau kann der Heimwerker vieles selbst machen.

Bauausschuss

Gemeinde Planegg erleichtert Dachausbau

  • Nicole Kalenda
    vonNicole Kalenda
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Planegger Hauseigentümer haben es jetzt leichter, das Dachgeschoss auszubauen. Neue Aufenthaltsräume zählen nicht mehr zur Geschossfläche, vorausgesetzt, die weiteren Festsetzungen des Bebauungsplans werden eingehalten.

Planegg – Wohnraum ist kostbar in der Würmtal-Gemeinde und die Nachfrage deutlich größer als das Angebot. Gleichzeitig soll sich das Ortsbild nicht durch massive Bebauung zum Negativen verändern. Zwischen diesen Polen bewegt sich die Kommunalpolitik. Der Planegger Gemeinderat verabschiedete im Frühjahr 2017 Leitlinien zur Ortsentwicklung, basierend auf dem Bürgergutachten von 2015. Darin ist von „moderatem Wachstum von Wohnraum“ die Rede, das „auf absehbare Zeit unverzichtbar“ sei. Weiter heißt es: „Zusätzlicher Wohnraum soll bevorzugt flächensparend im Innenbereich geschaffen werden.“ Der Bauausschuss des Gemeinderates fasste in seiner jüngsten Sitzung einen Grundsatzbeschluss, der dem Rechnung trägt: „Bei Neuerrichtung, Änderung und Nutzungsänderung von Dachgeschossen zu Wohnzwecken einschließlich der Errichtung von Dachgauben/Zwerchgiebeln usw. wird die Befreiung zur Geschossfläche in Aussicht gestellt.“

Fehler in Bebauungsplänen

Die Baunutzungsverordnung besagt, dass die erlaubte Geschossfläche nach den Außenmaßen der Gebäude in allen Vollgeschossen ermittelt wird. Im Bebauungsplan, so die Sitzungsvorlage des Bauausschusses, könne jedoch festgesetzt werden, dass die Flächen von Aufenthaltsräumen in anderen Geschossen ganz oder teilweise oder ausnahmsweise nicht mitzurechnen seien. Dies sei in vielen Bebauungsplänen der Gemeinde praktiziert worden – nicht immer einwandfrei. „Teilweise wurden in den Bebauungsplänen offensichtliche Fehler gemacht, die zum Beispiel einen Ausbau im Dachgeschoss aufgrund zu niedrig festgesetzter Geschossfläche nicht ermöglichen, obwohl im Bestand teilweise ausgebaute Dachgeschosse vorhanden waren“, wie es vom Bauamt heißt.

Stetig steigender Wohnraumbedarf

„Der rechtlich einwandfreie Prozess“, so Bauamtsmitarbeiterin Sabine Baumann, „wäre, die Bebauungspläne nach und nach zu ändern.“ Allerdings dürfte sich das über Jahre hinziehen. Gleichzeitig gehen wegen des permanent steigenden Wohnraumbedarfs immer mehr Anträge auf Dachgeschossausbau im Bauamt ein. Bisher wurden diese jeweils dem Bauausschuss vorgelegt, sodass eine Befreiung erteilt und ein möglicher Fehler des Bebauungsplans korrigiert werden konnten. Nun soll der Weg über den Bauausschuss in allen Fällen, die das Bauamt als unproblematisch ansieht, überflüssig werden.

Festsetzungen des Bebauungsplans einzuhalten

„Die Bauherren können das Dachgeschoss komplett ausbauen“, sagt Emine Akbari vom Bauamt. „Das geht noch immer über eine Befreiung, bedeutet aber eine Zeitersparnis, weil wir damit nicht in die Sitzung gehen müssen.“ Allerdings müssen die weiteren Festsetzungen des Bebauungsplans, etwa die Anzahl der Wohneinheiten und die Anforderungen an die Stellplätze, eingehalten werden. Somit ist ausgeschlossen, dass zusätzliche Wohnungen entstehen, ein weiteres Kinder- oder ein Gästezimmer beziehungsweise ein Homeoffice-Arbeitsplatz lassen sich aber verwirklichen. Das Landratsamt unterstützt diese Vorgehensweise, die die Leitlinien zur Ortsentwicklung berücksichtigt, findet doch die Wohnflächenmehrung in der Höhe statt.

nik

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