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Bürgermeisterin Uta Wüst gefällt der E-Renault so gut, dass sie überlegt, ab Sommer als eigenes Dienstfahrzeug einen Hybrid-BMW anzuschaffen. Dann könnte sie zumindest die kurzen Strecken im Ort mit Öko-Strom zurücklegen.

Gemeinde Grafelfing rüstet in punkto Elektromobilität auf

Mit Zoe durch Gräfelfing stromern

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Gräfelfing - Die Gemeinde Gräfelfing rüstet bei der Elektromobilität auf. Das neue Dienstfahrzeug der Rathaus-Mitarbeiter ist ein rein mit Strom betriebener Renault Zoe. Und bald soll in der Bahnhofstraße auch die erste öffentliche Ladestation für Elektro-Autos in Gräfelfing entstehen.

Gräfelfing – Außen Renault, innen Zukunft: Das Cockpit des Strom-Flitzers aus Frankreich ist futuristisch in glattem, weißem Kunststoff gehalten. Analoge Anzeigen fehlen völlig; ein großer Bildschirm informiert beispielsweise über den Energiefluss: Bei vorausschauender Fahrweise liefert der Motor im Schiebebetrieb Strom an den Akku. Der soll, je nach Inanspruchnahme von Verbrauchern wie Scheibenwischern, Klimaanlage oder Sitzheizung, bis zu 200 Kilometer Reichweite haben.

Bürgermeisterin Uta Wüst, die den Stromer schon getestet hat, sagt: „Für unsere Zwecke, also hauptsächlich für Fahrten in der Gemeinde oder zum Landratsamt, ist er ideal. Der Zoe fährt recht sportlich, und die Handhabung ist viel leichter und unkomplizierter, als gedacht.“

Die 88 PS spürt man schon beim ersten beherzten Gasgeben, denn der Antritt des Zoe ist für Elektromotoren typisch spontan. Bis Tempo 30 gibt es ein künstlich erzeugtes Summen, bei höherer Geschwindigkeit gleitet das Fahrzeug lautlos durch Gräfelfing. Den Rathaus-Mitarbeitern machen Dienstfahrten nun erst recht Spaß.

Freuen soll sich über das auf vier Jahre geleaste Auto (216 Euro pro Monat) nicht zuletzt die Umwelt. Das Elektromobil wird in der Rathaus-Tiefgarage an einer herkömmlichen Steckdose mit dem gemeindlichen Ökostrom über Nacht aufgeladen; ein Ladevorgang dauert bis zu zwölf Stunden.

Viel schneller wird das „Tanken“ für die rund 30 Gräfelfinger Besitzer von Elektro-Autos demnächst in der Bahnhofstraße gehen: Der Umweltausschuss beschloss die Errichtung einer öffentlichen Schnelllade-Station für Elektromobile an der Ecke Bahnhof-/ Steinkirchner Straße. Während die Fahrerin oder der Fahrer einkaufen geht, lädt sich der Akku binnen einer Stunde zu rund 80 Prozent auf. Das dürfte bei 25 Cent pro kWh Ökostrom etwa fünf Euro kosten.

Nach einigen Diskussionen folgten die Gemeinderäte dem Verwaltungsvorschlag, den rechten der vier Parkplätze vor der Bäckerei für die E-Autos zu reservieren – auch wenn dies bedeutet, dass der Parkplatz häufig leer bleiben dürfte. Gleich daneben wird die 1500 Euro teure Ladestation errichtet – eine Situierung, die gewollt ins Auge springt, um für E-Mobilität zu werben.

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