Einigung zwischen Trinkl, Ministerium und Gemeinde

Gräfelfing übernimmt Geothermie-Claim

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Gräfelfing - Gräfelfing hat den Geothermie-Claim von Baldur Trinkl übernommen: ein großer Schritt hin zu einer ökologisch nachhaltigen Energieversorgung der Gartenstadt.

Alle Aufschübe und Verlängerungen, die das Würmtaler Kies-Unternehmen Trinkl in den letzten Jahren dem bayerischen Wirtschaftsministerium abrang, haben letztlich nichts genutzt: Das Vorhaben, auf der Flur zwischen Gräfelfing und Martinsried nach Warmwasser zu bohren, um es an Kommunen oder private Abnehmer zu vermarkten, überstieg wohl die Leistungsfähigkeit des Unternehmers. Nachdem die Gemeinde Gräfelfing schon deutliches Interesse an einer Übernahme des Claims, das heißt der Bergerechte, bekundet hatte, gab es am 12. Oktober in München einen gemeinsamen Termin zwischen Vertretern von Ministerium, Gemeinde und Unternehmer Trinkl. Ergebnis: Trinkl überlässt der Gemeinde den Claim, und wenn alle formalen Kriterien erfüllt sind, stimmt das Ministerium diesem Übergang zu. Gleichzeitig erwirbt die Gemeinde von Trinkl nicht nur besagtes Bohr-Grundstück an der Gemarkungsgrenze zwischen Gräfelfing und Planegg, sondern auch sämtliche seismischen Voruntersuchungen und Gutachten. Eine weitergehende Partnerschaft mit dem Unternehmer ist nicht geplant. Diesem Vorgehen stimmte der Gemeinderat in seiner nichtöffentlichen Sitzung am Dienstag zu. Nur SPD (3) und AIG (1) votierten dagegen. Im Wesentlichen bezweifelten sie die Wirtschaftlichkeit dieses Vorhabens, wenngleich andere Kommunen im Landkreis damit längst erfolgreich sind. Die Grundlagen für eine Versorgung mit Warmwasser aus geothermischer Quelle hatte schon Bürgermeister Christoph Göbel gelegt. Auch ein erstes Grundgerüst des dann benötigten Fernwärmenetzes existiert bereits; es sieht zunächst die Versorgung öffentlicher Gebäude sowie zahlreicher Wohnhäuser im Besitz der Gemeindebau GmbH vor. Nun will die Gemeinde das Projekt vorantreiben. Zunächst wird sie einen Verlängerungsantrag der Bohrrechte für drei Jahre stellen. In dieser Zeit soll der umfangreiche Bohrantrag vervollständigt werden. Auch mit der Nachbargemeinde Planegg wird es Gespräche über das möglicherweise interkommunale Projekt geben. Und schließlich braucht Gräfelfing einen technisch erfahrenen Partner für die Bohrung selbst. Bürgermeisterin Uta Wüst: „Fachunternehmen und große Energieversorger stehen schon bei uns Schlange.“

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