Von der Bahnlinie München-Mittenwald und der S-Bahnlinie München-Tutzing schwappt Lärm in die Wohngebiete von Lochham, Gräfelfing, Planegg und Krailling. Nun arbeitet die Regierung von Oberbayern an einem Lärmaktionsplan für diese Strecke. a-Foto: Silke Bodenberger

Gemeinde kämpft weiter gegen Lärmbelastung an der Bahnstrecke

Gräfelfing - Die Deutsche Bahn AG hat Maßnahmen zur Lärmminderung abgelehnt. Nun wiederholt die Gemeinde ihre Forderungen in einer Stellungnahme an die Regierung von Oberbayern.

Die Bahn verwies darauf, dass kein gesetzlicher Anspruch auf Lärmschutzmaßnahmen entlang der Gleise in Gräfelfing bestehe. Und dies, obwohl die Gemeinde ihre Bitte mit den Ergebnissen eines schalltechnischen Gutachtens untermauert hatte. Darin kamen die Ingenieure des Büros Accon zu dem Ergebnis, dass die geltenden Orientierungswerte für reines Wohngebiet nachts bis zu einem Abstand von 800 Metern zu den Gleisen überschritten seien. Somit sei klar, dass die gemeindliche Planungshoheit massiv eingeschränkt werde, weil die Kommune in diesen Gebieten kein neues Bauland ausweisen dürfe, so Bürgermeister Christoph Göbel.

Zu diesem Sachverhalt gesellt sich nun eine zweite, diesmal staatliche Initiative, die zufällig das selbe Thema betrifft. Die Regierung von Oberbayern arbeitet an einem Lärmaktionsplan für diese Bahnstrecke. Die Gemeinde soll jetzt mitteilen, welche Forderungen oder Erwartungen sie diesbezüglich hegt und ob sie selbst Projekte in Angriff genommen hat, die den Lärm mindern sollen.

Bürgermeister Göbel dämpfte um Umweltausschuss allzu hohe Erwartungen an den Lärmaktionsplan. Er komme von der Staatsregierung, betreffe jedoch den Zuständigkeitsbereich des Bundes. Jegliche Feststellung und Forderung des Aktionsplans wird für Bahn und Bund nicht bindend sein, sondern Empfehlungscharakter haben.

Trotzdem wollen die Gräfelfinger das Beste daraus machen. In der Stellungnahme an die Regierung von Oberbayern wiederholen sie ihre Maximalforderungen an die Bahn: Installation von Flüstergleisen, gummibesohlten Schwellen, elastisch gedämpften Schienenlagern, Einbringung von Schotterschäumen, verstärkter Einsatz von Zügen mit Flüsterbremsen und gummigefederten Rädern.

Auf Vorschlag von Frank Sommer nahm das Gremium zusätzlich in den Beschluss auf, dass mit der Bahn zu klären sei, ob „schienennahe Mini-Schallschutzwände“ aufgestellt werden könnten - unter Umständen mit gemeindlicher Kostenbeteiligung. Diese neue Form des Lärmschutzes an Bahngleisen, die derzeit in Modellprojekten getestet wird, besteht aus gut einen halben Meter hohen Wänden, die direkt am Schienenstrang montiert werden, um den Abroll-Lärm der Räder an seiner Quelle zu dämpfen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Planegg: Radtour zum Dachauer Schloss
Überdurchschnittlich viele Deutsche verbringen heuer coronabedingt ihren Urlaub zu Hause. Auch vor der eigenen Haustür kann man viel Neues entdecken.  Wir stellen …
Planegg: Radtour zum Dachauer Schloss
Erhebende Premiere in Maria Eich
Zum ersten Mal hat es jetzt bei der Wallfahrtskapelle Maria Eich eine Diakon-Weihe gegeben. Diese finden ansonsten im Münchner Liebfrauendom statt. Die Besucher erlebten …
Erhebende Premiere in Maria Eich
Tanklager Krailling: Anonymes Schreiben sorgt für Irritation
2,8 Kilometer Schienen werden erneuert, 2000 Holzschwellen ersetzt: Die Arbeiten am Bahngleis, das das Kraillinger Tanklager mit Freiham verbindet, sind in vollem Gange. …
Tanklager Krailling: Anonymes Schreiben sorgt für Irritation
Kleinere Überflutungen, vollgelaufene Keller
Der Dauer- und stellenweise Starkregen seit Sonntagabend hat zwar zu kleineren Überflutungen und vollgelaufenen Kellern geführt, viel passiert ist zum Glück aber nicht.
Kleinere Überflutungen, vollgelaufene Keller

Kommentare