Schwimmt auf einer Erfolgswelle: Die Firma Eos will ihren Firmensitz erweitern. Foto: höfle

Gemeinde kommt Expansionswünschen der Firma Eos entgegen

Krailling - Die Firma Eos will erweitern. Ihre Pläne sprengen die Vorgaben des Bebauungsplans. Die Gemeinde Krailling kommt ihr entgegen.

Das 1989 gegründete Unternehmen schwimmt auf einer Erfolgswelle und ist Weltmarktführer im Bereich Laser-Sintern. Im vergangenen Jahr setzte Eos, das in Krailling rund 250 Mitarbeiter beschäftigt, weltweit 64 Millionen Euro um. Infolge des Firmenwachstums benötigt das Unternehmen mehr Platz und will in unmittelbarer Nähe seines Firmensitzes am Robert-Stirling-Ring neu bauen. Das Projekt, das dem Gemeinderat bereits in nicht-öffentlicher Sitzung vorgestellt wurde, sprengt allerdings die bislang gültigen Vorgaben des Bebauungsplans, sowohl im Hinblick auf die Geschossflächenzahl (Gfz) als auch auf die überbaubare Fläche. Zudem wird die zulässige Gebäudelänge, bis dato 50 Meter, bei weitem überschritten.

„Der Bauherr betrachtet dies als notwendig für seine Zukunft“, sagte Bürgermeisterin Christine Borst im Gemeinderat. Dessen Mitglieder machten den Weg für den gewünschten Neubau frei und änderten die Vorgaben des Bebauungsplans; bis zu 80 Prozent eines Grundstücks dürfen - unter der Voraussetzung einer Dachbegrünung - künftig überbaut werden (bisher 70 %), die zulässige Gfz erhöht sich von 1,2 auf 1,4.

Die Entscheidung war im Gemeinderat heftig umstritten. Adrienne Akontz (Grüne) kritisierte, dass wegen einer Firma die gesamte Struktur des Gewerbegebiets verändert werde. Imme Kaiser (FDP) sah die Gemeinde von Eos unter Druck gesetzt: „Das ist ein Ausspielen der Macht.“ Martin Hoffman (SPD) glaubte andere Unternehmen benachteiligt, die zu einem früheren Zeitpunkt Bauanträge gestellt hatten. Ebenso Werner Engl (Grüne) „Die Firma Innolas schaut jetzt schlecht aus, weil sie nicht so unverfroren war.“

Die Mehrheit des Gemeinderats sah das anders. Mehr als ein Jahrzehnt nach Gründung der KIM sei es sinnvoll, über Erweiterungsmöglichkeiten für Firmen nachzudenken, meinte Michaela Weiss (FBK). Sie sprach sich für eine Verdichtung innerhalb der KIM aus, nachdem eine Erweiterung ins Landschaftsschutzgebiet hinein ausgeschlossen ist. Eleonore Zwißler (CSU) warnte davor, einem florierenden Unternehmen von Weltniveau Steine in den Weg zu legen. „Wenn die Firma sich so weiterentwickelt, wird die Gemeinde große Vorteile haben“, prognostizierte Borst.

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