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Für das tschechische Fernsehen gab Kraillings Bürgermeisterin Christine Borst jetzt ein Interview. Darin teilte sie auch mit, die Gemeinde habe ein Kaufangebot für das Tanklager unterbreitet.

Nutzung als Naherholungsgebiet

Gemeinde Krailling will Tanklager kaufen

Krailling - Wenn es nach der Gemeinde Krailling geht, könnte ein Teil des örtlichen Tanklagers schon bald Naherholungsgebiet werden. Die Gemeinde hat jetzt ein Kaufangebot für das Gelände abgegeben.

Was kürzlich noch als Option gehandelt wurde, ist jetzt Fakt: Krailling will das 230 Hektar große Tanklager kaufen. Jahrelang musste die Gemeinde zuschauen, was auf dem Areal im Kreuzlinger Forst geschieht. Jetzt besteht die Möglichkeit, endlich Kontrolle über das Gelände zu bekommen. Anders als 2009, als das Tanklager an die inzwischen insolvente Viktoriagruppe AG verkauft wurde, hat die Gemeinde diesmal fest vor, diese Chance zu nutzen.

Im Gespräch mit dem Journalisten Pavel Novotny, der an einer Fernsehdokumentation für das tschechische Fernsehen arbeitet, bestätigte Bürgermeisterin Christine Borst am Mittwoch ihre Kaufabsicht. Dem Insolvenzverwalter der Viktoriagruppe AG, Mirko Möllen, liege ein Angebot der Gemeinde vor. Wie hoch dieses ist, wollte die Bürgermeisterin nicht verraten. Wann der Verkauf des Tanklagers über die Bühne gehen wird, stehe noch nicht fest. Wie viele weitere Gebote es von anderer Seite gibt, sei nicht bekannt.

Gemeinde-Sprecher Alexander Broschell begründet Kraillings Interesse an dem Gebiet mit einem Wort: Flächensicherung. „Wichtig ist, dass man nicht nur kurzfristig denkt“, sagt er. Krailling verfüge damit über Ausgleichsflächen. Mittelfristig könne ein Naherholungsgebiet geschaffen werden. Teile des Gebietes könnten den Bürgern zur Verfügung gestellt werden. Zudem gebe es wundervolle Biotope, die unangetastet bleiben sollen, erklärt Broschell. Sollte die Gemeinde vom Insolvenzverwalter den Zuschlag für das Gelände erhalten, sei eines ganz klar: „Es ist ausgeschlossen, dass die Gemeinde das Tanklager betreibt“, erklärt der Gemeindesprecher. Die Gemeinde müsse einen Betreiber finden. Risikogeschäfte mit dem Handel von Öl kämen für die Gemeinde nicht in Frage.

Was den Diesel betrifft, der derzeit in den unterirdischen Tanks lagert, sagt Broschell: „Die Gemeinde ist nicht bereit, das Öl zu kaufen.“ Abgesehen davon, dass die Frage, wem der Kraftstoff gehört, ungeklärt ist, ist eine Finanzierung des Tanklagers schon im geleerten Zustand schwierig für die Gemeinde. „Eine Finanzierung über den Haushalt ist nicht möglich“, erklärt Kämmerer Gerhard Friedrich. „Wenn man Fremdmittel braucht, braucht man eine Genehmigung vom Landratsamt“, sagt er. Und die gebe es nur, wenn die Gemeinde, die seit 1987 schuldenfrei sei, unter anderem eine Straßenausbaubeitragssatzung verabschiede. Es gebe aber andere Möglichkeiten zur Finanzierung, so der Kämmerer. „Wir haben uns schon Gedanken darüber gemacht“, sagt Bürgermeisterin Borst. Jetzt will sie erstmal abwarten. „Ob wir da zum Zug kommen, steht auf einem ganz anderen Stern“, sagt sie. Aber: „Wir wollten es nicht unversucht lassen."

Victoria Strachwitz

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