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Die neue Mehrzweckhalle von Neuried (hier ein Bild aus der Bauphase), weist erhebliche Mängel auf und ist bis auf Weiteres gesperrt. Nun will die Gemeinde die betroffene Baufirma vor Gericht zur Rechenschaft ziehen.

Mängel an der Mehrzweckhalle

Gemeinde Neuried verklagt Baufirma

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Die Baufirma, die für die Deckenkonstruktion der Neurieder Mehrzweckhalle verantwortlich ist, bleibt uneinsichtig. Nun will die Kommune die Schuldfrage vor Gericht klären lassen.

Neuried – Der Neurieder Gemeinderat hat sich entschieden: Im Streit um die Schäden an der Decke der Mehrzweckhalle mit Baufirma und Architekturbüro wird der juristische Weg eingeschlagen. Das entschied das Gremium in der Sitzung am Dienstagabend einstimmig und folgte damit der Empfehlung von Bauamtsleiterin Dagmar Hasler und der konsultierten Anwaltskanzlei Roithmaier.

Hasler hatte zuvor berichtet, wie uneinsichtig sich die ausführende Baufirma bei der gemeinsamen Begutachtung der Schäden gezeigt hatte: „Sie haben behauptet, das seien keine Baumängel, sondern die Schäden kämen von unsachgemäßer Bedienung.“ Auch nachdem das beauftragte Sachverständigenbüro SRP Sennewald + Räsch in seinem Gutachten „erhebliche Mängel“ festgestellt hatte, blieb das Unternehmen bei seiner Meinung. „Die Firma zeigt sich in keiner Weise kooperativ. Daher gibt es aus meiner Sicht keine andere Maßnahme als eine gerichtliche Feststellung des Schadens“, sagte Hasler.

Vier zufällig gewählte Revisionsklappen an der abgehängten Decke hatte SRP Sennewald + Räsch bei der Begutachtung untersucht – und an allen Mängel entdeckt. Aufgrund einer Gefährdung der Standsicherheit sprach das Unternehmen der Gemeinde die dringende Empfehlung aus, die Halle sofort zu sperren (wir berichteten). Etwa 50 Klappen gebe es insgesamt, teilte Daniel Fischer vom Sachverständigenbüro am Dienstag mit. Im schlimmsten Fall könne eine davon herunterbrechen und die anderen nach und nach mitziehen. „Der Worst Case ist, dass die ganze Decke runterkommt“, so Fischer.

Die Gemeinde habe nun zwei Möglichkeiten, teilte Hasler mit. Entweder man lasse durch das Büro SRP Sennewald + Räsch ein eigenes sogenanntes Parteigutachten erstellen. Dieses sei jedoch nur als Zeuge im Verfahren zulässig. Die zweite Möglichkeit sei es, beim Gericht ein Selbstständiges Beweisverfahren – also den Einsatz eines vom Gericht bestellten Gutachters – zu beantragen. Dieses sei rechtlich gesehen der sicherere Weg, da man die Decke abnehmen könne, sobald das Gutachten da sei, ohne Beweise zu vernichten. Dann wäre die Halle zumindest provisorisch nutzbar. Bis es so weit sei, könne es jedoch noch ein paar Wochen oder Monate dauern. Eine Sperrung bis zu den Sommerferien sei sehr wahrscheinlich.

Der Gemeinderat war sich einig, dass dies dennoch der richtige Weg sei. „Das Selbstständige Beweisverfahren ist alternativlos“, erklärte Andreas Dorn (parteilos). Bernd Quintenz (W-BIN) äußerte erhebliche Zweifel, dass die Halle im Sommer wieder nutzbar sei. Das Gericht soll nun auf Vorschlag Paolo Brenners (CSU) auf den zeitlichen Druck hingewiesen werden.

Kontrovers erscheint das Verhalten der Baufirma. Diese stellte erst vor kurzem die Schlussrechnung: Neuried muss noch 130 000 Euro zahlen, will sich das aber zunächst vorbehalten. Den Betrag wolle die Firma nun notfalls einklagen, so Hasler.

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