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Führung durch das ehemalige Antennenfeld: Im Juni ließen sich Mitglieder des Kraillinger Gemeinderats von Christoph Jäger vom Bundesforstbetrieb Hohenfels (r.) das Gelände zeigen.

Machbarkeitsstudie für Gewerbegebiet

Gemeinde prüft KIM-Erweiterung

Die Kapazitäten des Kraillinger Gewerbegebiets KIM sind ausgereizt. Eine Machbarkeitsstudie soll nun aufzeigen, ob man die KIM erweitern kann.

Krailling – Mit dem Betriebssportplatz dürfte schon bald die letzte große Freifläche innerhalb der Kraillinger Innovationsmeile (KIM) bebaut werden. Die Gemeinde ist gerade dabei, die planungsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen; wie berichtet, will die boomende Lasertechfirma EOS dort weiter expandieren. Anschließend hat die Gemeinde nur noch die Option, innerhalb der Innovationsmeile zu verdichten – oder das Gewerbegebiet zu vergrößern. Die Möglichkeiten einer Erweiterung lässt die Gemeinde jetzt mittels einer Machbarkeitsstudie prüfen.

Ins Auge gefasst sind zwei Gebiete: zum einen der 4,3 Hektar große Bereich zwischen Robert-Stirling-Ring und Pentenrieder Straße, zum anderen das 23 Hektar große Areal um das sogenannte ehemalige Antennenfeld. Beide Flächen befinden sich – im Gegensatz zum 1,6 Hektar großen Sportplatz – im Landschaftsschutzgebiet und unterliegen der Bannwaldverordnung. Sie seien damit momentan der Planungshoheit der Gemeinde entzogen, betonte der mit dem Bebauungsplan KIM befasste Planer Nikolaus Brandmair vom Büro Topos. Eine Rodungserlaubnis setze voraus, dass äquivalente Ersatzflächen geschaffen werden.

Wichtig sei in diesem Zusammenhang erst einmal eine Bedarfsanalyse, welche Firmen Erweiterungswünsche hegten, so Brandmair. Laut Bürgermeisterin Christine Borst gibt es immer wieder Anfragen. „Die KIM-Firmen sind enorm erfolgreich.“ Sie müsse deshalb wissen, ob sie Unternehmen langfristig eine Perspektive bieten könne.

Während sich viele Gemeinderäte eine Arrondierung der KIM zur Pentenrieder Straße hin im Westen des Gewerbegebietes vorstellen konnten, war die Aufnahme des 23 Hektar großen, an das Tanklager angrenzenden Bereichs in die Machbarkeitsstudie heftig umstritten. Es sei „größenwahnsinnig“, für die Gemeinde Krailling ein derart riesiges Areal in Betracht zu ziehen, sagte Eleonore Zwißler (CSU). Andrea Schulte-Krauss (Grüne) erklärte, dass die Gemeinde ohnehin kurz vor dem Verkehrsinfarkt stehe. Das sah auch Rudolf Heidrich (FBK) so: „Die Infrastruktur reicht nicht aus.“ Ursprünglich seien in der Kraillinger Innovationsmeile lediglich Arbeitsplätze für rund 850 Menschen vorgesehen gewesen. Seine Fraktionskollegin Dietlind Freyer-Zacherl wies auf den wertvollen Mischwald im Bereich des ehemaligen Antennenfeldes hin. Adrienne Akontz (Grüne) befürchtete einen weiteren Verlust von Lebensqualität: „Ich will nicht in einer Gemeinde leben, wo es rundherum nur noch Gewerbegebiete gibt.“

Richard Siebler (CSU-Fraktion) sprach sich hingegen dafür aus, die Fakten zu ermitteln und zumindest die Möglichkeiten für eine Erweiterung auszuloten. Sebastian Sefzig (FDP) befürwortete dies ebenfalls. „Selbstverständlich müssen wir beide Gebiete anschauen.“ Es sei eventuell sinnvoll, auch den Bereich östlich der Lise-Meitner-Straße zu bebauen, da dieser ohnehin bereits erschlossen sei.

Die Abstimmung fiel letztlich knapp aus. Zehn Gemeinderäte stimmten für eine Aufnahme des Bereichs um das ehemalige Antennenfeld in die Machbarkeitsstudie, neun dagegen. Für den Bereich zwischen Robert-Stirling-Ring und Pentenrieder Straße gab es nur fünf Gegenstimmen.

Andreas Deny

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