Gemeinde sieht Geothermie kritisch

Planegg - Der Kraillinger Investor Baldur Trinkl plant seit Jahren den Einstieg in die Geothermie. Die Gemeinde Planegg sieht das kritisch.

Östlich von Steinkirchen, auf Gräfelfinger Flur, will er in 3000 Meter Tiefe nach heißem Wasser bohren und dieses zu Tage fördern. Seismischen Messungen zufolge sind die Wassertemperaturen im Würmtal ausreichend hoch für die Wärmeversorgung - nötig sind mindestens 100 Grad. Doch hinter dem Vorhaben stehen große Fragezeichen, denn die Gemeinde Planegg will sich Stand heute nicht beteiligen.

Im Merkur-Gespräch verwies Bürgermeisterin Annemarie Detsch auf die großen Risiken der Geothermie. Die Investitionen seien immens, der Ertrag ungewiss. Das Beispiel Unterhaching hat die Gemeinde abgeschreckt. Die Nachwehen der über 20 Millionen Euro teuren Bohrungen sind auch zehn Jahre später noch im Haushalt der Kommune zu spüren. Höchst interessiert an der Geothermie ist hingegen Gräfelfing, das in den vergangenen Jahren Fernwärmleitungen im Gemeindegebiet verbuddelt hat, die allerdings ungenutzt sind. Ursprünglich sollte warmes Wasser aus dem Holzhackschnitzelkraftwerk durch die Rohre strömen, doch seit die Gräfelfinger dieses per Bürgerentscheid beerdigt haben, setzt Bürgermeister Christoph Göbel auf das heiße Wasser aus der Erde. In Planegg kommen derlei Investitionen nicht in Frage. „Wir würden lediglich die Konzession für die Verlegung von Fernwärmeleitungen vergeben“, sagt Bürgermeisterin Detsch.

Bislang hat sich Trinkl nicht mit der Gemeinde Planegg in Verbindung gesetzt, um über Geothermie zu sprechen. Im Rathaus ist man darüber durchaus verwundert, denn der Kraillinger will heuer mit den Bohrungen beginnen.

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