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Feierliche Vertragsunterzeichnung: Ursula Jekelius, Leiterin Kommunen und Kooperationen des Bayernwerks, und Marten Jürgens vom Regionalwerk Würmtal (sitzend) sowie die Bügermeisterinnen Christine Borst (Krailling, li.), Brigitte Kössinger (Gauting, re.) und Bürgermeister Heinrich Hofmann (Planegg).

Regionalwerk Würmtal

Gemeinden kaufen sich ins Stromnetz ein

Die gemeinsame Tochter der Gemeinden Gauting, Krailling und Planegg, die Würmtal Holding, hat sich mit 25,5 Prozent an der „Stromnetz Würmtal GmbH“ beteiligt.

Würmtal – Das gaben die Bürgermeister der Gemeinden, Brigitte Kössinger (CSU), Christine Borst (CSU) und Heinrich Hofmann (SPD), zusammen mit Ursula Jekelius vom Bayernwerk und Marten Jürgens, Geschäftsführer des Regionalwerks Würmtal, am Montag im Planegger Rathaus bekannt. Damit sind die Stromnetze der Gemeinden zumindest zum Teil wieder in öffentlicher Hand.

Die „Stromnetz Würmtal“ ist Eigentümer der Verteilernetze in den drei Gemeinden und ein Tochterunternehmen des Bayernwerks. Die Gemeinderäte hatten Ende des vergangenen Jahres entschieden, dass die GmbH gegen eine jährliche Abgabe die Netze bewirtschaften und Durchleitungsgebühren von den Stromanbietern kassieren darf. Ursprünglich wollte sich auch die Gemeinde Gauting über die Würmtal Holding an der GmbH beteiligen. „Doch uns fehlen dafür zur Zeit die finanziellen Mittel“, sagte Bürgermeisterin Brigitte Kössinger am Montag. Der für Gauting angedachte 25,5 Prozent-Anteil ist für die Gemeinde weiter reserviert. Ein Erwerb ist zur Zeit „aber nicht in Planung“, so Kössinger auf Merkur-Anfrage.

Die erworbenen 25,5 Prozent Anteile teilen sich Planegg und Krailling nun analog zu den Gemeindegrößen im Verhältnis 60 zu 40 Prozent. Planegg hat dafür 1,5 Millionen Euro investiert, Krailling eine Million Euro. Gauting hätte 2,5 Millionen Euro zahlen müssen. Trotz des Anteils von gerade mal gut einem Viertel haben Planegg und Krailling in der Gesellschafterversammlung eine Mehrheit von vier zu drei Stimmen. Dies wurde in der Satzung geregelt.

Von einem „ganz besonderen Tag nach zehn Jahren Beschäftigung und intensiven, anstrengenden Gesprächen, für die ein langer Atem, Durchhaltevermögen und Hartnäckigkeit nötig war“ sprach Kraillings Bürgermeisterin Christine Borst. Doch Strom gehöre „ebenso wie Wasser in die öffentlichen Hände“. Mit der Einigung hätten die Gemeinden gezeigt, „dass wir interkommunal zusammen halten und Weichen stellen können“, sagte Planeggs Bürgermeister Heinrich Hofmann. „In 2017 und 2018 wollen wir uns verstärkt um die Entwicklung des Regionalwerks kümmern, wie zum Beispiel Kundenstamm erweitern, Gaskunden gewinnen und verstärkt den Beratungs- und Dienstleistungssektor ausbauen.“ Die Ergebnisse könnten „sich sehen lassen und lohnen sich nun auch wirtschaftlich“, sagte Marten Jürgens vom Regionalwerk Würmtal. Es würden sich nun „Chancen für weitere Netzbeteiligungen vor Ort“ öffnen. Davon, die Vergangenheit „ruhen zu lassen“, sprach Ursula Jekelius vom Bayernwerk.

Ein erstes Verfahren zur Neuvergabe der schon 2009 ausgelaufenen Konzessionen war an einer Klage der Bayernwerk AG gescheitert. In der Folge mussten die Gemeinden sechsstellige Gerichtskosten tragen; außerdem entgingen ihnen die möglichen hohen Einnahmen aus Durchleitungsgebühren. Die Gemeinde Gräfelfing war einen anderen Weg gegangen und hatte sich gleich mit den Bayernwerken zusammengetan – eine Zusammenarbeit, die seit Jahren Früchte trägt.

Peter Seybold

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