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Gemeinderat Krailling: Ein Mediator soll’s richten

Krailling - Mit dem Antrag, 2. Bürgermeister Peter Weigert des Amtes zu entheben, hat das Klima im Kraillinger Gemeinderat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Bürgermeisterin Christine Borst will deshalb einen Mediator einschalten.

Der Graben zwischen der CSU und den Fraktionen FBK, FDP und SPD/ Grüne ist tief, die Stimmung im Kraillinger Gemeinderat oft aggressiv und emotionsgeladen. Und je näher die Kommunalwahl rückt, desto schärfer wird der Ton. Bürgermeisterin Christine Borst will jetzt die Notbremse ziehen und einen Mediator hinzuziehen, um bis zum Urnengang 2014 wieder zu einem sachlichen Arbeitsklima zurückzufinden. „Wir müssen versuchen, den Grund für das Kommunikationsproblem herausfinden.“

Auslöser für Borsts Vorstoß ist ein Antrag aus Reihen der Opposition, Peter Weigert als 2. Bürgermeister abzusetzen. Wie berichtet, hatte dieser eine geharnischte E-Mail an Adrienne Akontz geschickt, nachdem die Grünen-Gemeinderätin der Bürgermeisterin einen Fragenkatalog zu der in einen Umweltskandal verwickelten Firma Technosan unterbreitet hatte. „Die Gemeinde ohne Not mit einem Kriminalfall in Verbindung zu bringen - das ist unterste Schublade“, sagte Borst am Montag bei einem Pressegespräch. Sie zeigt deshalb auch Verständnis für die Reaktion ihres Parteifreunds, dem „der Kragen geplatzt ist“.

Wenig Verständnis hat Borst dagegen für die Initiatoren des Antrags, Weigert von seinem Amt zu entbinden. „Bayerische Bürgermeister können nicht abgewählt werden, das ist rechtlich nicht möglich.“ Borst geht davon aus, dass dies den Antragstellern bekannt war, zumal sie mit Martin Hoffmann (SPD-Fraktion) einen Anwalt in ihren Reihen haben. Zudem habe es bei der Kommunalaufsicht im Landratsamt Starnberg im Vorfeld eine diesbezügliche Anfrage aus Krailling gegeben. Letztlich gehe es nur darum, ihren Stellvertreter in Misskredit zu bringen, so Borst. Sie verstehe nicht, wie man Weigert, der sich Tag und Nacht für die Gemeinde Krailling einsetze, eine Vorbildfunktion absprechen könne. Genau dies hatten die drei Fraktionen in der Begründung ihres Antrags getan.

Mit externer Hilfe will Borst die Situation nun beruhigen, „damit wir wieder miteinander arbeiten können“. Per E-Mail hat sie am Montag bei allen Gemeinderäten angefragt, ob sie sich an einer Mediation beteiligen würden. Einen Vermittler hat sie dabei schon im Auge: den Kommunikationstrainer Christoph Ebert, der auch Seminare für den Bayerischen Gemeindetag abhält. Ein möglicher Termin sei ein Samstag nach den Pfingsferien. Borst: „Ich finde, einen Versuch ist es auf alle Fälle wert, bevor Gemeinderäte noch gesundheitlichen Schaden nehmen.“

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