Bauvoranfrage der Dr. Schenk GmbH

Gemeinderat kassiert Bauausschuss-Beschluss

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Der Gräfelfinger Gemeinderat hat den ablehnenden Beschluss des Bauausschusses zur Bauvoraanfrage der Dr. Schenk GmbH kassiert und ins Gegenteil gekehrt.

Bei nur drei Gegenstimmen stellte das Gremium am Dienstag die Baugenehmigung in Aussicht – einschließlich aller gewünschten Befreiungen.

Wie berichtet, hatte der Bauausschuss der Anfrage auf Errichtung eines dreigeschossigen Bürokomplexes samt Penthouse-Eigentümerwohnung und Parkgarage einen Korb gegeben. Unter anderem ein vorstehendes Vordach (1,5 Meter), eine Überschreitung der Baugrenze (1,2 Meter) und der erlaubten Höhe (1,6 Meter) waren drei Gemeinderäten zu viel des Guten; drei stimmten dafür.

Nach einem Überprüfungsantrag von CSU, BVGL und SPD kam das Thema nun im Gemeinderat erneut auf die Tagesordnung – gegen Widerstände aus der IGG-Fraktion. Mathias Pollok vermochte die von den Antragstellern ins Feld geführte Dringlichkeit nicht zu erkennen. Es stünden keine „Nachteile und unbillige Härten“ für die Gemeinde zu erwarten.

Dem widersprachen Peter Köstler und Walter Frank (beide CSU) ganz entschieden. Köstler: „Dem Bauwerber können Nachteile entstehen, wenn bis zu einem Beschluss nach den Sommerferien Monate ins Land gehen.“ Und Frank wies darauf hin, dass auch die Gemeinde Nachteile zu fürchten hätte, wenn nämlich der profitable Bauwerber „tschüß, Gemeinde“ sage. Gegen sechs Stimmen kam die Voranfrage erneut zu Behandlung.

In der Sache begründete Bürgermeisterin Uta Wüst ihren Meinungsumschwung. Der Architekt des Bauherrn habe zwischenzeitlich dargelegt, dass die Baulinie wegen der Brandschutz-Distanz zum rückwärtigen Gebäude überschritten werden müsse. Zudem sei die im Bebauungsplan vorgesehene Höhe von zwölf Metern nicht mehr zeitgemäß und sollte überdacht werden.

Peter Köstler wies darauf hin, dass keine Grundzüge der Planung betroffen seien und das Projekt eine Aufwertung darstelle. Und: „Wer unsere Standortpolitik ernst nimmt, muss auch das Baurecht mal hinterfragen.“

Wolfgang Balk störte sich unverändert daran, dass die Gemeinde einen Bebauungsplan ignoriere, nur weil der Bauwerber ein guter Gewerbesteuerzahler sei. Die Entscheidung für das Bauvorhaben fiel gegen drei Stimmen aus der IGG (Balk, Petra Schaber, Benno Stübner).

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