Geplante Schwimm- und Dreifeldsporthalle

Gemeinderat überwindet Blockade

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Gräfelfing – Dass Gräfelfings geplantes Großprojekt, die Schwimm- und Dreifeldsporthalle am Lochhamer Schulcampus, in den Wahlkampf rutschte, sorgte für Verzögerungen und Polemik. Doch am Dienstag hat der Gemeinderat mit großer Mehrheit die nächste Planungsstufe freigegeben – am bisher vorgesehenen Standort und mit einem Kostendeckel von 29 Millionen Euro versehen.

Wie berichtet, hatten SPD und FDP zuletzt in einem Antrag gefordert, den Bau eines Schwimmbads mit Sporthalle an der Stelle der alten Halle zu prüfen, um die Baumfällungen am neuen Standort nördlich der Adalbert-Stifter-Straße zu vermeiden. Diesen Antrag hatte der Bauausschuss abgelehnt. Mit gleichem Stimmenpatt hatte das Gremium allerdings auch den Start der nächsten Planungsphase verhindert (wir berichteten).

Vor  vollen Zuschauerreihen ging es im Gemeinderat schnell zur Sache. Florian Ernstberger (BVGL) fand es überfällig, die Blockade der „Neinsager“ zu überwinden. Das Projekt „für alle Generationen der Gemeinde“ sei samt dem Standort ein richtiger, wohlüberlegter Schritt und kein „plötzlicher Irrtum“.

Auch Peter Köstler (CSU) fand es schade, „dass einige dieses Thema mit Schlagworten und Desinformation in den Wahlkampf ziehen“. Es sei höchste Zeit, es konstruktiv mit positiven Beschlüssen zur aktuellen Planung fortzuführen. Peter Köstler: „An jedem Tag, den wir hier länger diskutieren, steigen die Baukosten weiter.“

„Neinsager“ zu sein, wies Frauke Schwaiblmair (Grüne) von sich. Ihre Fraktion sei dafür, eine Sport- und Schwimmhalle zu bauen, und erkenne den Bedarf an. Nur bezüglich der Lage im Wäldchen habe nach neuerer Information und angesichts der „Klimakatastrophe“ ein Umdenken stattgefunden. Schwaiblmair: „Es ist Zufall, dass dies in den Wahlkampf fällt.“

Für Jörg Scholler (FDP) ist das Projekt „zu groß, zu luxuriös, falsch situiert, zu teuer“. Franz Lang (SPD) fand, wenn die Hallen am alten Standort gestapelt würden, bliebe immer noch genug Pausenhoffläche für die Schüler übrig.

Bürgermeisterin Uta Wüst stellte in Aussicht, die gesetzlichen Bestimmungen zur Ausgleichsfläche zu übertreffen. Sie erwähnte die ökologischen Seiten des Projektes wie Materialwahl, Gründach und Photovoltaik.

Mit 16:8 Stimmen lehnte das Gremium den SPD/FDP-Antrag ab, mit 15:9 Stimmen beschloss es den Start der Planungsphase drei samt Kostendeckelung. Dagegen votierten Grüne, SPD, FDP, Hans-Joachim Kramer und Irmelin Eichler (beide parteifrei) sowie Petra Schmid (CSU).

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