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Gerhard Polt gab dem Würmtal die Ehre

- Kulturförderverein leistete vier Jahre Überzeugungsarbeit

VON BENEDIKT GARSKY Planegg - Er zählt zu den ganz großen Kabarettisten. Am Donnerstag gab er sich die Ehre im Heide-Volm: Gerhard Polt. Vier Jahre hatte sich der Kulturförderverein bemüht, Polt und die Biermösl Blos`n ins Würmtal zu bringen.

Über seine bayerische Heimat bekannt wurde der 58-Jährige durch seine Spielfilme "Kehraus" und "Man spricht Deutsch", durch Auftritte mit den ebenfalls gern gesehenen Musikern der Biermösl Blos`n und in Dieter Hildebrandts "Scheibenwischer". Eine Glosse, die Polt den Grimme-Preis einbrachte, nannte die bayerische Staatsregierung "verleumderische und bösartige Ehrabschneidung". Genau diese Art von Wirbel muss den Kulturförderverein dazu bewogen haben, vier Jahre lang monatlich die Agentur des Kabarettisten zu kontaktieren. "Es war teilweise schon recht zäh", sagt der Vorsitzende Walter Hohenester.

Doch als am Donnerstag bereits um halb fünf, gut zweieinhalb Stunden vor Einlass, die Sicherheitskräfte ihre Arbeit aufnahmen, ahnte man, dass ein Highlight seine Schatten vorauswarf. Enttäuscht wanderten etliche Polt-Anhänger wieder nach Hause, denn an der Abendkasse wurden keine Karten mehr verkauft. "Die Nachfrage schon im Vorfeld hat mich überwältigt. Da haben Leute von weit her angerufen und sich erkundigt", erzählt Hohenester. Dabei hatte der Kulturförderverein die Veranstaltung, im Gegensatz zu sonst, nur im Internet publik gemacht.

850 Kabarett-Anhänger pilgerten zum Heide-Volm und wurden nicht enttäuscht. Polt gilt als präziser Alltags- Beobachter. "Seit über 8000 Jahren lebt der Mensch mit dem Hausschwein zusammen, was beide ja glänzend überlebt haben. Aber seit einigen Jahrzehnten ist das Verhältnis gestört, weil der Mensch das einzelne Schwein nicht mehr kennt. Das liegt zum Teil an der Industrialisierung, zum Teil an der Verordnung Bayerns. Menschen, die aus Paderborn kommen, haben dem Schweinsbraten gegenüber nicht das Gefühl, das die Einheimischen haben", berichtet Polt. "Es gibt ja Leute, die schauen sich die Möbel an und sagen: ,Mei, wie die wohnen`. Und dann wissen sie, was das für Menschen sind. Deshalb kann man auch sagen: ,Schau, wie der die Brezn in der Hand hält, dieses charakterlose Schwein.`"

Nach der Vorstellung saß man noch gemütlich bis Mitternacht beisammen, ehe Hohenester am nächsten Tag die teuren Gema-, Beleuchter- und weitere Rechnungen von den Einnahmen beglich.

Für den Kulturförderverein sind derartige Veranstaltungen die beste Werbung. Am Donnerstag erwarben fünf Besucher die Mitgliedschaft. Hohenester: "Mit diesem Rückenwind mach ich mich jetzt wieder für vier Jahre an die Arbeit, Polt hinterher zu telefonieren."

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