Messstelle am Planeggger Rot-Kreuz-Haus: Mit so genannten Passivsammlern (Döschen rechts oben) hat die Firma Müller BBM ein Jahr lang die Stickstoffdioxid-Belastung in der Germeringer Straße ermittelt. A-Foto: js

Germeringer Straße: Schadstoffbelastung am Limit

Planegg - Die Schadstoffbelastung der Germeringer Straße liegt am Limit, an einer Messstelle wurde der Grenzwert erreicht. Die Gemeinde will ein Lkw-Durchfahrtsverbot durchsetzen.

Aufgrund der zunehmenden Verkehrbelastung in der Germeringer Straße verlangen Planegger Bürger seit Jahren Gegenmaßnahmen. Mehr als 1700 Unterschriften haben Anlieger im November 2009 an die Bürgermeisterin übergeben, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen. Umso erstaunlicher, dass am Montagabend kein einziger Bürger den Weg ins Rathaus fand, wo die Firma Müller BBM im Ausschuss für Umwelt, Bauleitplanung und Verkehr ihre aktuellen Ergebnisse der Schadstoffmessungen bekannt gab. Das Fazit: Die gesetzlichen Stickstoffdioxid-Grenzwerte werden eingehalten. An einer Messstelle lag der Wert im Jahresmittel allerdings am Limit.

Ein Jahr lang, von April 2011 bis April 2012, hat Müller BBM im westlichen Teil der Germeringer Straße in Planegg die Schadstoffbelastung der Luft ermittelt. An drei der vier Messstellen wurde der Immissionsgrenzwert für Stickstoffdioxid von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m3) im Jahresmittel unterschritten; die Werte lagen am Messpunkt Mathildenstraße bei 36 µg/m3, am Rot-Kreuz-Haus bei 31 µg/m3 und beim Valentin-Haus bei 28 µg/m3. Der höchste Wert wurde an der Messstelle auf Höhe der Germeringer Straße 19 erreicht: exakt 40 µg/m3. Der im Vergleich höhere Wert sei auch auf die „schlechtere Durchlüftung“ an dieser Stelle zurückzuführen, erläuterte Norbert Suritsch, Geschäftsführer von Müller BBM; das dortige Wohnhaus steht in unmittelbarer Nähe zur Straße.

Die „Punktlandung“ an der Messstelle Germeringer Straße lasse jedoch nicht den Schluss zu, dass die Jahresgrenzwerte auf Dauer eingehalten werden, betonte Suritsch. Aufgrund des milden Winters hätten tendenziell geringere Immissionen vorgelegen. Zudem sei die Germeringer Straße in den Sommermonaten zwischen Bräuhaus- und Mathildenstraße drei Wochen lang einseitig gesperrt und ein Teil des Verkehrs umgeleitet worden. Für die Schadstoffbelastung mit Stickstoffdioxid, das akut toxisch sei und die Lunge reize, seien in erster Linie Diesel-Fahrzeuge verantwortlich, so Suritsch, vor allem der Lkw-Verkehr. Deren Fahrer nutzten die Germeringer Straße zunehmend als Schleichweg - etwa zur Garmischer Autobahn. Ursache hierfür sei auch das Lkw-Durchfahrtsverbot durch München, sagte Fritz Haugg (FDP).

Seit der Anbindung der A 99 an die Lindauer Autobahn habe der Verkehr jedenfalls „signifikant zugenommen“, konstatierte Bürgermeisterin Annemarie Detsch. Dem will die Gemeinde entgegenwirken: „Wir müssen alles in Bewegung setzen, um die Verkehrsbelastung zu reduzieren“, sagte Alfred Pfeiffer. Der Ausschuss kam einstimmig überein, beim Straßenbaulastträger, dem Landkreis München, darauf hinzuwirken, dass neben neuen Ampelschaltungen weitere verkehrliche Maßnahmen ergriffen werden. So will die Gemeinde zum Beispiel ein Durchfahrtsverbot für Lkw durchsetzen.

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