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Franz Brand zeigt, wie er die Holzfassade seines Hauses gestrichen hat. Das Behelfsgerüst hält das Landratsamt für einen Balkon. foto: sauer

Ein Gerüst, das ein Balkon sein soll

Neuried - Das Landratsamt München wirft dem Neurieder Franz Brand vor, einen Balkon als Schwarzbau errichtet zu haben. Dabei ist der vermeintliche Balkon ein Gerüst zum Fassadestreichen.

Brand ist Architekt, Zimmerer und mit 80 Jahren längst in Rente. Er hat Zeit für Ausbesserungsarbeiten. Im vergangenen Sommer nahm er die West-Fassade seines Hauses, die mit Holz verkleidet ist, in Angriff - ein neuer Anstrich war fällig. Dort ein herkömmliches Gerüst aufzustellen, war allerdings unmöglich. So entschied sich Brand für ein Behelfsgerüst. Er deckte ein paar Ziegel ab, montierte Stützen und legte Holzbretter darauf. Vom Dachgeschoss aus kletterte er aus dem Fenster auf das Gerüst und begann zu streichen - bis zum 29. September, dem Tag an dem ein Gutachter vom Landratsamt vor seiner Tür stand.

„Der Mann hat mir unterstellt, dass ich einen Balkon baue“, erzählt Brand. „Ich habe ihm erklärt, dass das ein Gerüst ist und ich es nach der Renovierung wieder abbaue“, so Brand. Doch alle Erklärungsversuche hätten nichts gebracht. Der Gutachter blieb bei seiner Einschätzung, und tags darauf erhielt Brand einen Bescheid vom Landratsamt. Der Bau sei „sofort und solange einzustellen, bis weitere Bauarbeiten durch das Landratsamt München gestattet werden“, heißt es in dem Schreiben mit dem Betreff „Errichten eines Balkons“. Komme Brand der Anordnung nicht nach, drohe ein Zwangsgeld von 600 Euro, schreibt das Amt weiter.

Wiederholt habe er versucht, mit der Behörde Kontakt aufzunehmen, um die Sache klarzustellen, erläutert Brand. Vergebens. Gerne würde er die Renovierungsarbeiten an der West-Fassade abschließen, doch er hält sich an den Bescheid der Behörde und nimmt die Arbeiten nicht wieder auf. Stattdessen wendet er sich an einen Anwalt.

„Ich finde, man muss sich von den Behörden nicht alles gefallen lassen“, sagt Brand und klagt gegen den Bescheid des Landratsamtes. Die Verhandlung findet am 2. Februar vor dem Verwaltungsgericht in München statt.

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