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Die Tage sind gezählt: Das Bestandsgebäude soll noch in diesem Jahr verschwinden.

Abriss in der Einkaufsmeile

Planegg - Das Wohn- und Geschäftshaus in der Bahnhofstraße 33 wird abgerissen. Bis 2018 sollen neue Wohnungen und Läden entstehen.

Seit gut einem Jahr stehen die beiden Läden im Erdgeschoss leer. In den dunklen Schaufenstern hängen ausgeblichene Plakate mit Hinweisen auf längst vergangene Veranstaltungen. Auch im Obergeschoss über der ehemaligen Tee-Ecke und in den Giebelfenstern über dem früheren Schreibwarenladen der Familie Walk ist seit Monaten kein Lebenszeichen mehr zu erkennen. Schon länger schien festzustehen, dass die Tage des gedrungenen Gebäudes in der Bahnhofstraße 33 bald gezählt sein würden. Jetzt ist es endgültig soweit. Anfang September sollen die Abrissarbeiten beginnen. In knapp zwei Jahren soll dann an gleicher Stelle ein neues, etwas größeres Wohn- und Geschäftshaus stehen.

Wie sich der Bauherr und seine Architekten ihr Projekt „Planegg 33“ vorstellen, ist auf der Internetseite der Firma Dussmann bereits zu sehen. Das Bauunternehmen des Planeggers Dieter Dussmann hatte das Haus von einer Erbengemeinschaft gekauft und errichtet auf dem Grundstück jetzt acht Wohneinheiten im Ober- und Dachgeschoss und darunter zwei jeweils rund 100 Quadratmeter großen Ladeneinheiten. Anders als das Bestandsgebäude soll der Neubau direkt an das östliche Nachbargebäude anschließen. Die neuen Geschäfte bilden dann mit dem Modeladen Halleluja eine fast durchgängige Schaufenster-Front. „Wer die neuen Mieter sein werden, steht aber noch nicht fest“, sagt Dussmann.

Dass die Tee-Ecke und Schreibwaren Walk nicht wieder in die Bahnhofstraße einziehen werden, war nach dem Verkauf schnell klar. Der neue Eigentümer hatte den Ladeninhabern zwar angeboten, dass sie sich in den Neubau einmieten könnten. Doch während der Abriss- und Bauzeit wären sie ohne Laden dagestanden. Richard Walk war 1958 in den väterlichen Schreibwarenhandel eingestiegen, der seit damals in dem 1950 vollendeten Anbau zu Hause war. Als es zum Eigentümerwechsel kam, war er bereits 84 Jahre alt. Für ihn war der Zeitpunkt zum Aufhören gekommen. Schon 2012, nach dem Tod seiner Frau, hatte er sich immer mehr aus dem täglichen Betrieb zurückgezogen, bis zur Geschäftsaufgabe im Juni 2015 aber noch regelmäßig selbst nach dem Rechten gesehen.

Auch für Lena Kiesel stellte sich die Frage, wie es weitergehen sollte, auch ihr Mietvertrag lief Ende Juni 2015 aus, ziemlich genau 20 Jahre, nachdem sie mit ihrem Teeladen aus der Kraillinger Luitpoldstraße nach Planegg gezogen war. Auf eine Wiedereröffnung an gleicher Stelle zu hoffen, schien ihr zu riskant. Wann würde sie wieder eröffnen können? Und zu welchen Konditionen?

Ausgerechnet die Geschäftsaufgabe ihrer langjährigen Nachbarn bot ihr eine neue Chance. Zu Walks Betrieb gehörte auch ein zweiter Laden, nur ein paar hundert Meter weiter östlich in der Bahnhofstraße. Früher war er für das Großhandelsgeschäft mit Firmen und Büros genutzt worden, zuletzt nur noch als Lager. Seit 30. Juni 2015 ist Lena Kiesel hier mit ihrer Tee-Ecke zu Hause, und den Planeggern ist so zumindest eines der beiden Traditionsgeschäfte erhalten geblieben.

Für Kiesel war es wohl eine gute Entscheidung, sich eine neue Bleibe zu suchen. Denn bis der Bauherr sich mit der Gemeinde über die Baugenehmigung einigen konnte, verging einige Zeit. Hinzu kommt nun die Bauphase.

Der Fußgängerverkehr wird in dieser Zeit zunächst über die Parkbucht vor dem Grundstück geleitet, ab dem Jahreswechsel soll der Gehweg dann durch einen Bautunnel an der Grundstücksgrenze führen. Abhängig von der Witterung werde man in etwa im Frühjahr 2018 fertig sein, sagt Dussmann.

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