Filialleiter Nicolas Guiaro (vorne) und Azubi Nikolai Kollatz vom Akustik-Geschäft Mierau Hörsysteme an der Baustelle in der Margaretenstraße in Krailling.
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Weniger Laufkundschaft, aber Vorfreude auf das Ergebnis: Auch für Filialleiter Nicolas Guiaro (vorne) und Azubi Nikolai Kollatz vom Akustik-Geschäft Mierau Hörsysteme ist die Baustelle in der Margaretenstraße ein Thema.

Margaretenstraße

Geschäftsleute leiden unter der Baustelle

Die Umgestaltung der Kraillinger Margaretenstraße läuft. Für die umliegenden Geschäfte eine Herausforderung: Zur Corona-Problematik kommen jetzt auch noch Baulärm, weniger Kunden und durchtrennte Kabel hinzu.

Krailling – Der Asphaltbelag ist aufgerissen, die Straße mit Schutt und Steinen aufgeschüttet. Rot-weiße Absperrschranken sichern die Gehwege ab. Eingangstüren sind teils nur noch über Metall-Rampen erreichbar: Die Neugestaltung der Ortsmitte in Krailling läuft. Seit Anfang März und voraussichtlich bis Ende November wird die Margaretenstraße in fünf Abschnitten umgebaut. Bauphase eins umfasst die ersten 1370 Quadratmeter der Margaretenstraße ab der Kreuzung mit der Pentenrieder Straße und soll bis Ende Mai fertiggestellt werden.

Frau verletzt sich bei Sturz

„Am Anfang war es ein einziges Chaos“, erzählt Claudia Paris vom Schreibwarengeschäft und DHL-Paketshop „Tintenklecks“. Bei Beginn der Bauarbeiten sei die aufgerissene Margaretenstraße so uneben gewesen, dass eine Frau beim Betreten des Ladens gestürzt sei und sich verletzt habe. Auch der Paketlieferant habe große Schwierigkeiten gehabt, einen Abstellplatz für seinen Lkw zu finden und den Wagen mit den Paketen über den Schutt zu rollen. Erst vor zwei Wochen wurden vor dem Eingang des Schreibwarengeschäftes Rampen angebracht und der Boden geebnet.

Weiterhin „katastrophal“

Nach Claudia Paris’ Meinung ist die Lage aber weiterhin „katastrophal“: Durch die Bauarbeiten seien mehrmals Strom- und Wasserleitungen durchtrennt worden, die Kundenparkplätze seien unerreichbar, und dadurch würden einige Kunden überhaupt nicht mehr in das Schreibwarengeschäft kommen. „Kundenfreundlich, wie es Bürgermeister Haux versprochen hat, ist es nicht“, findet Claudia Paris. Bei ihren Plänen für die Umgestaltung der Ortsmitte hatte die Gemeinde Krailling versprochen, dass die anliegenden Läden, Banken und Arztpraxen trotz Straßenbauarbeiten zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar blieben. Doch Leute, die weiterhin mit dem Auto von A nach B fahren, kaufen jetzt offenbar oft in Nachbarorten ein. Und insbesondere für ältere Fußgänger können auch die Rampen und der grobsteinige Boden eine Schwierigkeit darstellen.

Weniger Laufkundschaft

Das merken auch die Mitarbeiter des Hörakustikladens Mierau Hörsysteme. „Wir haben deutlich weniger Laufkundschaft“, sagt Angestellte Sandra Petrich. Seit Ausbruch der Pandemie würden ohnehin schon weniger Kunden kommen. Jetzt, wo die Parkbuchten vor dem Geschäft durch die Baustelle unbenutzbar sind, kämen noch weniger. Hinzu kommen Baustellenfahrzeuge, welche die Straße blockieren. „Auf dem Weg zu einem Termin kam es schon vor, dass ich wegen eines Baggers oder Lkw nicht aus der Tiefgarage kam“, erzählt Nikolai Kollatz, der Auszubildende des Hörakustiker-Betriebes. Mit einer durch die Bauarbeiten versehentlich durchtrennten Internet- und Telefonleitung hatte das Geschäft auch schon zu kämpfen. Der Schaden konnte jedoch innerhalb von 24 Stunden wieder repariert werden.

Baulärm erschwert Hörmessungen

Eine weitere Schwierigkeit: „Während dem Baulärm Hörmessungen durchzuführen, ist eine Herausforderung“, sagt Hörakustiker und Filialleiter Nicolas Guiaro. Das kann auch Mitarbeiterin Sandra Petrich bestätigen. „Manchmal ist es sehr laut, aber meistens nur für etwa dreißig Minuten“. Terminabsagen wegen des Lärms waren bisher nicht nötig, und auf das Ergebnis der Bauarbeiten freut sich Petrich bereits: „Wenn alles fertig ist, sieht es sicher sehr schön aus.“

Keine Beschwerden

Keinerlei Probleme mit den Straßenbauarbeiten hat Shanga Rustam, 36, Inhaberin des „Salon de Beaute Shanga“. Die Tiefgarage des Friseursalons ist weiterhin erreichbar, und Beschwerden von Kunden hat sie noch keine gehört. „Bisher läuft alles ganz normal wie früher“, so Rustam. Nur mehr Staub würde es geben, doch vom Baustellenkrach haben sie und ihre Kunden bisher nichts mitbekommen. In der nebenan gelegenen Gemeindebibliothek ist der Geräuschpegel laut Mitarbeiterin Sarah Mathwes ebenfalls nicht allzu hoch. Zumindest bis jetzt. Sobald die Baustelle weiter in Richtung Luitpoldstraße wandert, könnte sich dies ändern. Die Anzahl der Bibliotheksbenutzer ist nach Mathwes Beobachtung nicht viel weniger geworden, die Leute würden ja über die Baustelle und die Umleitungen Bescheid wissen. „Was wir schon merken ist, dass einige Bibliotheksbesucher Schwierigkeiten haben, zu uns zu kommen“, berichtet Mathwes. Zu Fuß sei es zwar kein Problem, doch der Rückgabekasten an der Außenwand der Bibliothek sei während der Bauarbeiten nicht barrierefrei erreichbar. Lara Listl

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