Fasten auf Pschorrhof-Art: Wirtin und Köchin Antje Langemann genießt ein Steak auf Salat mit einem Glas Wasser. dr

"Gott sei Dank fasten die Leute nicht"

Würmtal - Würmtaler Wirte erzählen von willensschwachen Gästen, eigenen Lastern und purzelnden Kilos.

Fastenzeit? Die meisten Wirte im Würmtal sind Genießer. Fasten tun die wenigsten, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Und die Gäste zieht es weiter ins Lokal.

Nach den Faschingsfeiern übt die Wirtin des Lochhamer Pschorrhofs auch heuer wieder den Verzicht. „Ich trinke keinen Alkohol“, sagt Antje Langemann. Außerdem meidet sie Kohlenhydrate. Auf ein gutes Rindersteak werde sie aber keinesfalls verzichten. „Das ist ja auch nicht so kalorienreich“, meint Langemann. Man müsse es nur mit einem knackigen Salat und einem Glas Wasser genießen. Mit ihrem Fastenvorhaben steht die Pschorrhof-Wirtin ziemlich alleine da.

Ricci Da Rosario vom gleichnamigen Italiener in Krailling hat seine Diät bereits hinter sich. Er speckt immer nach Weihnachten ab. „Jetzt wiege ich sieben Kilogramm weniger, und damit ist es auch gut“, sagt er zufrieden. Da Rosarios Gäste scheinen die Fastenzeit ebenfalls nicht ernst zu nehmen. „Die sagen zwar immer: Heute reiß ich mich mal zusammen. Und dann bestellen sie das Dessert“, berichtet der Wirt aus Erfahrung. „Gott sei Dank fasten die Leute nicht“, sagt er lachend. Dem schließt sich Georg Heide, Wirt der Planegger Gaststätte Heide-Volm, an. „Das wäre traurig, wenn die Leute nicht mehr genießen würden. Dann müssten wir in der Fastenzeit zusperren“, meint er. Er spürt in der Zeit bis Ostern in der Regel keinen Unterschied bei seinen Gästen. Auch Heide selbst fastet nicht. „Ich habe noch nie gefastet, ich halte nichts davon“, sagt er.

Wer auf Essen verzichte, nehme jetzt einige Kilogramm ab, die er nachher wieder hinzugewinne. Das sei ungesund. Auch jenseits des Essens will Heide nicht an Verzicht denken. Genau wie sein Kollege Sabri Konxheli von der Kraillinger Brauerei. Das klinge zwar überheblich, aber er habe keine Laster, auf die er verzichten könne, sagt Konxheli. „Ich muss Gott sei Dank nicht großartig abnehmen.“ Zudem sei er Nichtraucher und trinke grundsätzlich keinen Alkohol. Bei seinen Gästen merke er jedoch, dass diese bis Ostern mehr Fisch verlangen als sonst.

Ivo Susana vom Ristorante Laurus in Gräfelfing wird auch nicht fasten. Er trinkt ohnehin kaum Alkohol. Doch stellt er fest: „In der Fastenzeit trinken sehr viele Gäste keinen Alkohol. Das ist nicht so gut für das Geschäft.“ Susana nimmt es mit Humor.

Paul Kaspar vom „Lorber“ in Neuried erklärt, wie schwierig es ist, als Wirt zu fasten und gleichzeitig zu kochen. Beim Kochen müsse man probieren. „Ich kann meinen Gästen nicht Wasser und Brot anbieten, weil ich gerade faste“, sagt er. Also verzichtet auch er, wie die meisten seiner Kollegen im Würmtal, auf das Fasten.

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