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Kinderbetreuung wird teurer

Die Gebühren in Gräfelfinger Krippen, Kindergärten und Horten werden steigen. Ab September gelten neue Tarife.

Junge Familien in Gräfelfing müssen sich ab Herbst auf höhere Gebühren für die Betreuung ihrer Kinder einstellen. Der Gräfelfinger Gemeinderat billigte am Dienstag die Empfehlung des Hauptausschusses, die Gebühren in den gemeindlichen Kinderkrippen, Kindergärten, Horten und der Nachmittagsbetreuung um pauschal zehn Prozent anzuheben.

Auch diesmal ging das unpopuläre Thema nicht ohne Grundsatzdebatte vom Tisch. In seltener Deutlichkeit bekannten sich die drei SPD-Gemeinderäte zu ihrer sozialen Ader und forderten einen Verzicht oder zumindest eine Vertagung der Gebührenerhöhung. Michael Langer: „Junge Familien sollten entlastet, nicht ständig mehr belastet werden. Viele spüren es sehr, wenn bei zwei Kindern die Betreuungskosten im Monat beispielsweise um 60 Euro steigen.“ Auch nur zehn Prozent, die niedrigste der angebotenen Alternativen, „sprengen die Relation“, so Langer. Es wäre „ein schönes Zeichen“, auf die Erhöhung und die erwarteten Mehreinnahmen von 47 000 Euro zu verzichten; dies könne Gräfelfing sich allemal leisten.

Die Befürworter der Gebührenerhöhung fanden es grundsätzlich angebracht, sich über eine Entlastung von Familien mittelfristig Gedanken zu machen. Doch listeten sie stichhaltige Gründe auf, die Erhöhung jetzt durchzuführen. Zum einen klafft die Schere der Gebühren zwischen den gemeindlichen und privaten Trägern immer weiter auseinander. Es sei Eltern schwer zu vermitteln, warum sie in einer privaten Einrichtung fast doppelt so viel bezahlen sollten wie in einer gemeindlichen, hieß es aus der Verwaltung.

Zudem wolle die Gemeinde den Privaten nicht mit Kampfpreisen die Geschäftsgrundlage entziehen – zumal man auch diese Plätze am Ort begrüße und brauche. Und schließlich sei diese Erhöhung in kleinen Schritten gerade sozial eher verträglich als ein weit größerer Sprung in wenigen Jahren. Gegen den 18:6-Beschluss stimmten SPD (3), Günter Roll und Kai Reichert (BVGL) sowie Hans Furbach (AIG).

Rubriklistenbild: © dpa

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