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Feierten 20 Jahre „Gesundes Würmtal“: (v.li.) Dr. Carsten Otto, Bürgermeisterin Uta Wüst, Vhs-Vorsitzender Klaus Tonte, Karola Albrecht, stellvertretende Vhs-Geschäftsführerin, Dr. Jörg Schelling, Vhs-Geschäftsführerin Veronika Wagner und Dr. Markus Engelmann. 

20 Jahre „Gesundes Würmtal“

Auch zum Jubiläum informieren Ärzte

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Mit sechs Würmtaler Ärzten feierte die Vortrags-Reihe „Gesundes Würmtal“ ihr 20-jähriges Bestehen im Gräfelfinger Bürgerhaus. Die Mediziner referierten über Entwicklungen in der Herz-Medizin, bei Impfungen und der Fußorthopädie. 

Gräfelfing– Im Oktober 1998 war die Vortragsreihe der Würmtaler Volkshochschule (vhs) und einiger Ärzte auf Initiative des Gräfelfinger Internisten Dr. Hartmut Stöckle mit dem Thema Diabetes gestartet. 136 Gesundheits-Vorträge mit mehr als 7200 Teilnehmern folgten seitdem, inzwischen stets im Bürgerhaus (wir berichteten). Mit sechs Kurzvorträgen von Würmtaler Ärzten und einem anschließenden Empfang beging die Vhs nun das Jubiläum der Reihe.

Die 20 Jahre „sind wie im Fluge vergangen“, sagt Gräfelfings Bürgermeisterin Uta Wüst. Sie hoffe, dass es noch lange weitergehe. „Vielleicht auch wieder an einem anderen Ort. Eventuell schaffen wir es mal, das Planegger Kupferhaus vollzukriegen“, sagte Wüst und überreichte eine „kleine Spende“ für die Reihe. Dr. Hartmut Stöckle erkannte bei den knapp 100 Besuchern „einige, die seit Anfang an dabei sind“, und erinnerte an die Grundidee der Reihe, „die Bevölkerung besser aufzuklären, damit die Leute ihr Geld nicht unnötig ausgeben“.

Neben Allgemeinmediziner Dr. Jörg Schelling und Internist Dr. Carsten Otto, die heute zusammen mit der Vhs die Vorträge organisieren, waren auch alle anderen bei dem Festakt beteiligten Ärzte schon in der Reihe aktiv. Die Gräfelfinger Gynäkologin Dr. Stephanie Eder berichtet so von ihrem „Steckenpferd Teenager-Sprechstunde“ einmal im Monat. „Als ich in der Pubertät war, hatte ich viele Fragen, die ich nicht von meinen Eltern beantworten lassen wollte“. Trotz Internet gebe es auch heute bei Jugendlichen viele Unklarheiten, sagte Eder, und präsentierte als Beispiel entsprechende Fragen („Was passiert eigentlich in der Pubertät, spürt man es?“). 2017 habe es rund 3000 Schwangerschaftabbrüche von Minderjährigen gegeben. Geschlechtskrankheiten wie Infektionen mit Chlamydien seien für viele unbekannt. Eder bietet deshalb eine eigene Sprechstunde für Jugendliche an.

Der Gautinger Kardiologe Dr. Markus Engelmann berichtete von den vier häufigsten Herzproblemen, Störungen bei Durchblutung und Rhythmus sowie Funktionsschwächen beim Herzmuskel und bei Herzklappen. Neben sinnvollen neueren Techniken wie Defibrillatoren sei die beste Behandlung eine „gesunde Lebensweise mit drei bis fünf Mal die Woche moderatem Ausdauersport, richtiger Ernährung und Nichtrauchen“, so Engelmann. Das bayerische Rauchverbot 2008 sei für Herzkrankheiten „die idealste Behandlung der letzten 20 Jahre gewesen“.

Der Gräfelfinger Orthopäde Dr. Detlef Mansel referierte über die drei häufigsten Fußprobleme „Fußfehlstellungen, deformierter Fuß und Nagelprobleme“ und zeigte einige Behandlungsmöglichkeiten wie Operationen, verschiedene Einlagen und „Emmert-Plastiken“ auf.

Warum Impfen auch heute noch sehr wichtig ist, erklärte Dr. Jörg Schelling aus Planegg. Krankheiten wie Polio, Röteln, Mumps und Masern seien seit der Impfpflicht um fast 100 Prozent zurückgegangen. „Eine solche Quote hätte keine andere Therapie der Welt geschafft.“ Dennoch sei auch heute die Impfrate teilweise zu niedrig, sagte Schelling. Er sprach vom „Bermuda-Dreieck zwischen Frauenarzt, Hausarzt und Kinderarzt“, in dem Impfungen oft untergingen.

Der Gräfelfinger Urologe Dr. Lucas Schraudenbach referierte über die Krebs-Erkrankung Prostatakarzinom und Behandlungsmöglichkeiten wie eine robotergestützte Operation. Über Schilddrüse, Diabetes und Darmkrebs berichtete Dr. Carsten Otto aus Gräfelfing: „Jeder dritte Deutsche hat ein Schilddrüsenproblem, wir erwarten, dass bald zehn Prozent Diabetes haben werden.“ Schilddrüsenprobleme seien aber nur bei weniger als einem Prozent auf einen Tumor zurückzuführen, Diabetes könne durch eine gesunde Lebensweise vorgebeugt werden, und auch „Darmkrebs ist bei Vorsorgeuntersuchungen nicht nur früh erkennbar, sondern verhinderbar“.

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