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Kinder beim Tauchen (Symbolbild): Die Planungen für das neue Schwimmbad in Gräfelfing sind ins Stocken geraten. 

Schwimm- und Dreifeldsporthalle

Gemeinderäte verweigern die 30-Millionen-Hürde

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30,8 statt 24,6 Millionen Euro – gegen diese Kostenmehrung für die Dreifeld- und Schwimmhalle laufen die Gräfelfinger Gemeinderäte Sturm. Jüngste Einsparungen konnten die Konfrontation mit den Architekten nicht verhindern.

Gräfelfing– Der Bauausschuss hat am Donnerstag nach hitziger Debatte den Abschluss der Leistungsphase 2 verweigert, ganz zu schweigen von einem Auftrag für Phase 3. Zuvor hatte eine ganze Riege von Architekten und Fachplanern zur Verfügung gestanden, um die erwartete Flut an Fragen zu beantworten.

Nach dem Schock des Kostensprungs auf über 30 Millionen Euro sollte das Büro Dietrich/Untertrifaller eine Kostenreduktion versuchen, ohne Funktionen des Baus zu streichen. Am Donnerstag trug Architekt Patrick Stremler das Ergebnis vor: Durch moderate Flächenreduktion und billigere Materialien habe man die Mehrung von 18 auf acht Prozent gedrückt, auf eine Gesamtsumme von nunmehr 29 Millionen Euro.

Das konnte die Gemeinderäte keineswegs besänftigen. Joachim Bender (Grüne) war empört, dass es vor der Sitzung keine Unterlagen gegeben hatte und fünf Fragen, die der Gemeinderat an die Architekten gestellt hatte, nicht beantwortet wurden. Bender: „Es ist völlig indiskutabel, heute so abzustimmen.“

Auch dass Stremler wie nebenbei einen Verzicht auf die gefaltete Dachlandschaft vortrug, störte manchen Gemeinderat. Schließlich habe man sich bewusst für diese Form entschieden.

Benno Stübner (IGG) fand es „irritierend“, dass die Korrektur eines „Planungsfehlers“ bei der Konzeption der Belüftung als große Leistung dargestellt werde. Dies mache das Projekt nur teurer, „samt Honorarkosten“. Stübner: „Wir brauchen eine Deckelung der Honorarkosten, sonst werden wir immer wieder vorgeführt.“

Selbst Bertold Ziersch, beratender Architekt des Bauausschusses, ging mit seinen Kollegen hart ins Gericht. Es sei „nicht unbedingt professionell“, widersprüchliche Zeichnungen vorzustellen. Es sei die Frage, ob eine alternative Anordnung der Gebäudeflächen, etwa die „Teppich-Variante“, zu ebensolchen Preissprüngen führen würde. Ziersch: „Wir brauchen einen finanziellen Deckel mit Honorarkürzung bei Überschreitung. Wir müssen schließlich die optimale Lösung für die Gemeinde finden.“

Patrick Stremler bewies Nehmerqualitäten. „Wir geben nicht auf und machen weiter, bis es für Sie passt“, sagte er. Auf Florian Ernstbergers (BVGL) Vorschlag sollen nun die Fraktionen intern über die aktuelle Fassung der Pläne beraten. Parallel sollen sie eine grobe Vergleichsrechnung für die Teppich-Variante an die Hand bekommen, wie es Bertold Ziersch vorgeschlagen hatte.

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