+
Im Gräfelfinger Kunstkiosk zeigt die Malerin Miriam Pietrangeli ihre kleinformatigen Bilder, hier die Werke (v.li.) Estate VII und Estate VI. eingefangen

Ausstellung im „IdeenREICH“

36 x Kunst im kleinen Format

Kunst im kleinen Format zeigt die Malerin Miriam Pietrangeli im Gräfelfinger Kunstkiosk „IdeenREICH“. Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 22. Oktober, zu sehen.

Gräfelfing– Im 19. Jahrhundert hielt der Kiosk Einzug in Europa: Er avancierte vom orientalischen Sommerhaus für Wohlhabende zum Verkaufspavillon in Parks und auf großen Boulevards. Zunächst gab es dort nur Zeitungen und Blumen, später auch Erfrischungen. Und obwohl man in einem Kiosk inzwischen von einem Eis über die Zeitung bis hin zum Paket beinahe alles haben kann, ist der Kunstkiosk IdeenREICH der Gräfelfinger Gemeindebücherei trotzdem so etwas wie ein Exot unter den Verkaufsbuden. Denn das Sortiment wird von wechselnden Künstlern „geliefert“. Für die Kreativen ist der Verkaufsraum eine besondere Herausforderung: Er ist nicht nur winzig, sondern besitzt auch eine komplette Fensterfront. Wer hier seine Werke präsentieren will, muss sich etwas einfallen lassen.

Der Künstlerin Miriam Pietrangeli, deren „Kunst im kleinen Format“ seit Samstag im Kunstkiosk zu sehen ist, ist das gelungen. Ganze 36 Exponate hat sie auf den wenigen Quadratmetern untergebracht. Dabei hat der Betrachter zu keiner Zeit den Eindruck, dass die Werke irgendwie „zusammengerückt“ worden wären. Jedes Bild, jedes Objekt hat einen scheinbar optimalen Platz im Kiosk gefunden.

So wetteifern an der Fensterfront weiß-gelbe Mischtechniken auf Leinwand mit den herbstlichen Sonnenstrahlen. Gerade diese farblich reduzierten Kompositionen kommen hier besonders gut zur Geltung. An Stelle der Farbe hat die Künstlerin zerfurchte, mit Pinsel und Spachtel zusammengeschobene, immer wieder pastos vortretende Materie gesetzt. Mit Versatzstücken wie Muscheln, Schneckenhäusern und Leinen hat sie so ganz eigene Welten geschaffen.

An der gegenüberliegenden Front erwartet den Betrachter ein Farbsturm der Rottöne. In ihren Werken „Autunno II bis IV“ hat Miriam Pietrangeli die ganze Leuchtkraft des Herbstes eingefangen. Farbvariationen vom Schwarz der faulenden Blätter bis zum Rot und sogar Pink eines „Indian Summer“ zeugen von der verschwenderischen Schönheit der Natur. Die Rottöne der Bilder kontrastieren besonders die Sommerbilder der italienischstämmigen Künstlerin: „Estate I bis VIII“ zeigen das Blau von Meer und Horizont. In „Estate III“ blubbern, sprudeln, spritzen königsblaue, türkis-weiße bis schwarze Blasen an die Wasseroberfläche. So stellt man sich eine Quelle in Montecatini Terme vor.

Etliche Holzquader haben ihren Platz in einer Kioskecke gefunden – wie Murmeln, die einmal auf den Boden gelegt, alle an einen Ort rollen. Und auch die Bemalung der 10 mal 10 mal 5 Zentimeter kleinen Objekte erinnert an die wunderschönen Glaskugeln, mit denen wir in unserer Kindheit gespielt haben. Und so können wir auch an den kleinsten Exponaten im Ausstellungsraum das ganze Universum unserer Träume entdecken.

Die Werke von Miriam Pietrangeli sind noch bis zum 22. Oktober im Gräfelfinger Kunstkiosk zu sehen. Geöffnet ist der Ausstellungsraum Montag bis Freitag von 16 bis 19 Uhr und am Wochenende von 12 bis 14 Uhr. Die Künstlerin spendet übrigens zehn Prozent vom Verkaufserlös an die Traumwerker.

myd

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ruf nach effektivem Lärmschutz wird lauter
Die Pläne für eine von der Gemeinde bezahlte Geschwindigkeitsmessanlage an der A 96 in Gräfelfing sind vom Tisch.
Ruf nach effektivem Lärmschutz wird lauter
Krimi um Kraillinger Öl geht weiter
Der Streit um das tschechische Öl geht in die nächste Runde. Dieses hat Krailling zwar verlassen, ob es aber Tschechien gehört, ist weiter fraglich. Die Diskussion um …
Krimi um Kraillinger Öl geht weiter
Gemeinde erhöht die Grabgebühren
Die Bürger Kraillings müssen sich im kommenden Jahr auf höhere Friedhofsgebühren einstellen.
Gemeinde erhöht die Grabgebühren
Der Wirt als Goggolori
Es ist eine Teufelsg’schicht. Wenn es im Forsthaus Kasten weihnachtet, dann gibt es nicht nur Punsch und Stollen. Dann rücken die Perchten an – von nah und fern. Und …
Der Wirt als Goggolori

Kommentare