Kurt-Huber-Gymnasium

Abi-Zeugnisse nur mit Eltern

  • Victoria Strachwitz
    VonVictoria Strachwitz
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Gräfelfinger Eltern sind frustriert. Abiturienten dürfen zu ihrer Zeugnisvergabe nur zwei Personen mitnehmen. Das Ministerium ist informiert.

Gräfelfing – Das Abitur ist geschafft. Die Zeugnisse gibt es am Freitag. Doch im Vorfeld der feierlichen Entlassung der Gräfelfinger Abiturienten gibt es Ärger. Die Schüler dürfen zwei Personen an ihrer Seite haben. Großeltern und Geschwister bleiben außen vor. Martin Kolben, Vater eines Abiturienten und zehn Jahre Mitglied des Elternbeirates, will das nicht akzeptieren. „Da zieht man sich auf eine ministerielle Anordnung zurück“, sagt er.

Aktuell können rund 360 Menschen an der Feier des Kurt-Huber-Gymnasiums teilnehmen. Mehr nicht. „Das ist nicht zeitgemäß“, findet Kolben und fragt sich, warum nicht zusätzlich zweifach Geimpfte oder Genesene kommen dürfen. Eine Woche nach dem Weinfest mit über 800 Gästen wirkt die rigorose Begrenzung der Teilnehmerzahl merkwürdig eigenwillig.

Schulleiterin Anita Groß zeigt Verständnis für den Unmut. Doch: „Dies ist eine Schulveranstaltung, wir müssen darauf achten, dass sich niemand ansteckt.“ 2020 hätten die Abiturienten die Feier gestreamt, damit weitere Angehörige daran teilnehmen konnten. „Wir haben im Vorfeld mit den Schülern geredet“, sagt Groß. Den Stufensprechern sei wichtig gewesen, dass alle Abiturienten gemeinsam verabschiedet werden. Sie hätten nicht die finanziellen Möglichkeiten, die Feier zu streamen.

„Die Leute machen es sich einfach“

Kolben findet gleichwohl, dass Geimpfte und Genesene heuer mit wenig Aufwand persönlich teilnehmen könnten. Es müsse nur jemand am Eingang die entsprechenden Zertifikate kontrollieren, dann könnten sich zusätzliche Gäste hinten in die Halle stellen. Dass viele Geschwisterkinder geimpft sind, weiß der Gynäkologe, da er sie selbst geimpft hat. „Die Leute machen es sich einfach“, schimpft er. Sie gingen so weit, wie man sie gehen lässt. Deshalb hat er bereits zweimal beim Ministerium angeklopft. Heute will er wieder dort anrufen.

Groß weiß von einer Schule in Bayern, die die Zeugnisvergabe zur Kulturveranstaltung umdeklariert habe, um mehr Leute einladen zu können. „Das haben wir nicht in Erwägung gezogen“, sagt sie. Sie sei froh gewesen, alle Schüler gleichzeitig in der Halle unterbringen zu können.

Am Planegger Feodor-Lynen-Gymnasium findet die Zeugnisvergabe in zwei Etappen statt, damit die Eltern dabei sein können. Dazu sagt Martin Kolben: „Wenn ich die Möglichkeit habe, es besser zu machen, sollte das mein Ziel sein.“

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