Beschluss auf Mitgliederversammlung

Die AIG löst sich auf

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Gräfelfings politische Landschaft wird um einen Akteur ärmer. Die Anliegerinitiative Gartengemeinde (AIG) steht gut zwölf Jahre nach ihrer Gründung vor der Auflösung.

Gräfelfing– Vor rund drei Wochen berief die Familie des schwer erkrankten AIG-Gründers Hans Furbach eine Versammlung ein. Ein Dutzend der zeitweise über 100 Mitglieder kamen zusammen, um über die Zukunft der politischen Gruppierung zu beraten. Während sich der einzig verbliebene AIG-Gemeinderat Hans-Joachim Kramer für einen Fortbestand und Eintritt in den Wahlkampf stark machte, votierte eine große Mehrheit für die Selbstauflösung des Vereins. Diese soll nun Mitglied Bernd Fischer bei Gericht beantragen.

Die AIG war im Herbst 2005 als Abspaltung von der Interessengemeinschaft Gartenstadt Gräfelfing (IGG) gegründet worden, deren Vorsitzender Hans Furbach einst gewesen war. Ihr Hauptaugenmerk lag auf dem Baurecht, dessen Gräfelfinger Ausprägung („degressives Baurecht“) die AIG als ungerecht und nicht rechtskonform ansah. Auch wenn die Gruppierung vor Gericht Teilerfolge erzielte, blieb ihr letztlich genau diese Feststellung, das degressive Baurecht sei unzulässig, versagt.

2008 aus dem Stand mit zwei Gemeinderatssitzen gestartet, brach die Führungsebene der AIG bereits im Sommer 2014 auseinander, als Gemeinderat und Ex-Bürgermeisterkandidat Ralf Brandtner zur SPD-Fraktion wechselte und auch Mitgründerin Heidi Jakob-Protschky die Gruppierung von Hans Furbach im Streit verließ.

Als Hans Furbach im Sommer 2017 dem Gemeinderat aus gesundheitlichen Gründen im Alter von 74 Jahren den Rücken kehrte, gestaltete sich die Nachfolgeregelung bereits ungewöhnlich schwierig. Erst Hans-Joachim Kramer, bei der Wahl 2008 auf Listenplatz acht, sagte zu, das Mandat zu übernehmen. Dass der einzige AIG-Gemeinderat nun sogar seine politische Basis verlieren wird, trägt Kramer mit Fassung – und Galgenhumor. „Ich hing genau genommen auch bisher schon in der Luft“, sagte Kramer auf Merkur-Anfrage. Und er will sich nicht verdrießen lassen. Bei der Kommunalwahl 2020 will Kramer auf alle Fälle wieder antreten – „wenn mir kein sicherer Listenplatz angeboten wird, dann als Parteifreier“.

Einen sozialen Erfolg immerhin erzielte Hans-Joachim Kramer auf der Auflösungsversammlung: Er setzte sich mit einem Antrag durch, wonach das Vereinsvermögen von rund 12 000 Euro zu je einem Viertel auf den katholischen und evangelischen Kindergarten, den Würmtal-Tisch und die Würmtal-Insel aufgeteilt wird.

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