In der Hoffnung, irgendwann wieder öffnen zu dürfen, hat Werner Schulz bereits FFP2-Masken (r.) fürs Kino besorgt. Die Masken, die nicht diesem Standard entsprechen (l.) wird er wohl entsorgen müssen.
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In der Hoffnung, irgendwann wieder öffnen zu dürfen, hat Werner Schulz bereits FFP2-Masken (r.) fürs Kino besorgt. Die Masken, die nicht diesem Standard entsprechen (l.) wird er wohl entsorgen müssen.

Dem Gräfelfinger Filmeck-Betreiber Werner Scholz geht das Kino ab

Allein mit 1000 Masken

  • Peter Seybold
    vonPeter Seybold
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Gräfelfing – Wie alle anderen Kinos ist das Gräfelfinger Filmeck seit Anfang November geschlossen. Für Kinobetreiber Werner Scholz bedeutet dass neben dem Einnahmenverlust vor allem eine psychische Belastung. Wie es nach dem Lockdown weiter geht, stehe in den Sternen.

„Das Kino geht mir ab. Mir fehlt die Freude, das Programm gestalten zu können, und Filme auf der großen Leinwand zu sehen“, sagt Werner Scholz im Merkur-Gespräch. Wenn er jetzt manchmal in das Filmeck fährt, um nach dem Rechten zu schauen, durchzulüften und zu putzen, „ist es natürlich ein sehr komisches Gefühl“, ganz alleine in dem leeren Kino zu sein.

Alle Kosten wie Strom und Versicherungen laufen weiter. Scholz unterstützt auch seine Mitarbeiter, damit die dabei bleiben und sich nicht etwas anderes suchen. Gleichzeitig fehlen die Einnahmen durch die Eintrittsgelder. „Das Filmeck rechnet sich auch sonst finanziell nicht und ich könnte nicht davon leben. Das Minus jetzt begleiche ich aus eigener Tasche“, sagt Scholz. Der Sommer zwischen den beiden Lockdowns sei recht gut verlaufen. Wegen der Abstandsregeln durften weniger Besucher in den Kinosaal. Der Filmeck-Betreiber hat zudem noch rund 1000 einfache Masken, also nicht FFP2, auf Lager. Er hatte sie vorsorglich fürs Kino eingekauft, wird sie aber wegen der geänderten Regeln nach Wiedereröffnung wohl nicht nutzen können.

Öffnen, sobald es erlaubt ist

Scholz erwartet, dass die Ausnahmesituation nicht vor April vorbei sein dürfte. Wenn es wieder erlaubt ist, möchte Scholz das Filmeck sofort wieder aufschließen. „Die Monate ab April sind aber normalerweise die schwächsten im Jahr. Wenn es draußen 30 Grad hat, ist der Biergarten wichtiger als das Kino. Es könnte also nach der Schließungszeit eine weitere sehr schwache Zeit kommen“, sagt Scholz, der es aber auch für möglich hält, dass sich die Leute heuer anders als sonst verhalten und nach der kinofreien Zeit Nachholbedarf haben.

Fraglich ist auch, ob und welche für das Programmkino geeigneten Filme dann starten werden – im letzten Jahr hatten viele Vertriebe wichtige Starts verschoben – und welche Filme Scholz aufgrund der durch die Abstandsregeln reduzierten Besucherzahlen überhaupt erhält. Der Gräfelfinger Kinobetreiber freut sich ebenso wie viele seiner Besucher dennoch schon jetzt wieder sehr auf den ersten Öffnungstag des Filmecks.

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