Alternative zu Sicherheitsdienst am Anger

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In der Diskussion um die Einführung eines Sicherheitsdienstes im Bereich der Liegewiese am Anger gibt es einen neuen Alternativvorschlag – diesmal von der offenen Jugendarbeit.

Gräfelfing– In der Diskussion um die Einführung eines Sicherheitsdienstes im Bereich der Liegewiese am Anger gibt es einen neuen Alternativvorschlag – diesmal von Seiten der offenen Jugendarbeit in Gräfelfing.

Sozialarbeiter Markus Brandstetter, der im Auftrag des Kreisjugendrings vom Jugendhaus aus die mobile und aufsuchende Jugendarbeit in Gräfelfing wahrnimmt, rät von einem Sicherheitsdienst entschieden ab. Weder seien dessen Mitarbeiter für den Umgang mit Jugendlichen ausgebildet, noch seien sie mit wesentlichen Kompetenzen ausgestattet. Schlimmstenfalls, so Brandstetter, könnte ein solches Aufeinandertreffen sogar kontraproduktiv sein.

„Der Sicherheitsdienst kann die Jugendlichen höchstens Verwarnungen aussprechen“, so Brandstetter. Und: „Die jungen Erwachsenen wissen um ihre Rechte.“ Selbst wenn die Jugendlichen dann den Platz verließen, könnten sie in der Nähe ihrem Ärger erst Recht Luft machen und aus Trotz erst recht randalieren. Damit sei kein Problem gelöst. Dies hätten Erfahrungen mit einem Sicherheitsdienst am Garchinger See gezeigt. Zudem fehle es den Mitarbeitern von Sicherheitsdiensten in der Regel an der sozialen Kompetenz und Ausbildung im Umgang mit Jugendlichen.

„Das bedeutet keineswegs, dass man sich mit dem Ist-Zustand abfinden muss und nichts unternehmen sollte“, so Brandstetter. Er schlägt zwei Maßnahmen vor. Zum einen solle die Gemeinde versuchen, den Jugendbeamten der Planegger Polizei stärker einzubinden und darauf hinzuwirken, dass er öfter vor Ort sei. Und vor allem könnte ein externer Streetworker, der an Wochenenden abends an der Würm präsent sei, positiv auf die Jugendlichen einwirken, Eskalationen und Exzessen frühzeitig im Dialog entgegenwirken. Dazu könnte ein Kontingent von 20 Stunden ausreichen. Brandstetter hat für die aufsuchende Jugendarbeit lediglich zehn Stunden zur Verfügung, zudem fehlt ihm als Vertrauensperson vom Jugendhaus die professionelle Distanz für diesen Einsatz.

Das Thema dürfte wieder im Gemeinderat diskutiert werden. Wie berichtet, haben sieben Gemeinderäte nach der Ablehnung im Hauptausschuss mit einem Überprüfungsantrag eine erneute Behandlung erzwungen.

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