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Der Kreisverkehr in der Lochhamer Straße funktioniert nach dem Umbau: Die Autos bleiben auf der asphaltierten Fläche und fahren deutlich langsamer.  

280 000 Euro teure Nachbesserung zeigt Wirkung

Am Kreisverkehr läuft’s endlich rund

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Galilei würde sagen: „Und sie drehen sich doch!“ Nach einem Umbau, der 280 000 Euro kostete, funktioniert der Kreisverkehr in der Lochhamer-/Rottenbucher Straße endlich; die Autofahrer folgen dem vorgeschriebenen Bogen.

Gräfelfing– Prof. Jürgen Gerlach von der Bergischen Universität Wuppertal gilt offenbar nicht zu Unrecht als nationale Koryphäe im Bereich der Verkehrsplanung: Er schaffte es sogar, den verkorksten Lochhamer Kreisel zu retten. Auf Grundlage seiner Expertise ließ die Gemeinde während der Sommerferien den Kreuzungsbereich von Lochhamer-, Rottenbucher Straße und Wasserbogen in weiten Teilen neu errichten. Ein 280 000 Euro teures Experiment, das gelang: Erstmals seit Umbau der Kreuzung zum Kreisverkehr im Jahr 2014 funktioniert die Verkehrsführung wie gewünscht. Das erhöht die Sicherheit maßgeblich.

Vor dem Umbau war die Mittelinsel so klein gewesen und der sie umgebende gepflasterte Bereich so bequem zu befahren, dass viele Autofahrer auf der Achse Lochhamer Straße einfach geradeaus durchfuhren – mit kaum verringertem Tempo. Dies wiederum führte zur Aushebelung der Vorfahrtsregel: Wer aus der Rottenbucher Straße einfuhr, musste oft auf seine Vorfahrt verzichten, um nicht von einem später in den Kreisverkehr eingefahrenen Auto aus der Lochhamer Straße gerammt zu werden.

Schon wenige Tage nach der pünktlichen Eröffnung zum Beginn des Schuljahres läuft der Verkehr am Kreisel nun nahezu vorbildlich. Innerhalb einer Stunde hielten sich am Donnerstag 97 Prozent der Autofahrer daran, den nunmehr um fünf Zentimeter erhöhten Innenbereich zu umfahren – mit stark verringerter Durchfahrtsgeschwindigkeit. Selbst große Geländewagen, Lieferwagen und Laster bis zum 12-Tonner fuhren brav den Kreis aus. Lediglich die langen Gelenkbusse des MVV schafften das nicht ganz und fuhren mit einem Rad der letzten Achse über die abgerundete Kante – allerdings langsam und erlaubtermaßen.

Das Blinken jedoch bleibt nach wie vor weitgehend dem Zufall überlassen: Rund die Hälfte der Autofahrer blinkten gar nicht oder falsch. Korrekt wäre es, beim Ausfahren aus dem Kreis zu blinken – und nur dann.

Verbessert hat sich auch die Situation für die Radfahrer. Sie nähern sich dem Kreisverkehr nun auf einem verbreiterten gemeinsamen Geh- und Radweg und queren die Einmündungen auf einer Fahrradfurt parallel zum Zebrastreifen. Dabei genießen sie ebenso Vorrecht wie die Fußgänger auf dem Zebrastreifen. Oder sie fahren – ebenfalls erlaubt – einfach auf der Fahrbahn, nach den Regeln, die auch für die Autos gelten.

Inmitten der Asphalt- und Pflasterfläche gibt es nun auch mehr Grün: Den Innenkreis markiert ein frisch gepflanzter Persischer Eisenbaum. Er ist straßentauglich, bekommt bunte Herbstfärbung und blüht schön.

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