Türkei nimmt nur Neuware als Spende an –„Demotivierend und sehr schade“
Die Freiwillige Feuerwehr Gräfelfing war gerade mitten in ihrer Spendenaktion für die Türkei, als der Kommandant die bittere Nachricht aus dem Konsulat erhielt: Man nehme nur noch Neuwaren.
Gräfelfing – Die Spendenaktion der Gräfelfinger Feuerwehr für die Menschen im türkischen Erdbebengebiet ist zu Ende gegangen. Fast 150 Kartons an Hilfsgütern, vor allem Winterkleidung, kamen binnen Tagen zusammen. Kein Wunder also, dass die Feuerwehr die Aktion als Erfolg wertet. Allerdings gab es in dieser Woche ein großes Ärgernis, und Kommandant Markus Fuchs hat dazu noch Gesprächsbedarf.
„Nur noch neue Ware samt Kaufbeleg“: Nachricht des türkischen Konsulats verärgert Feuerwehr
Während die Spendenaktion längst auf vollen Touren lief, erreichte die Feuerwehr eine ernüchternde Nachricht: „Am Dienstag hat das türkische Konsulat in München plötzlich mitgeteilt, dass nur noch neue Ware samt Kaufbeleg ins Land gebracht werden darf“, so Markus Fuchs im Merkur-Gespräch. Für die jeweils rund zehn Helfer von der Feuerwehr, die neben ihrer Arbeit bis spätabends im Gerätehaus die Spenden sichteten, sortierten, reinigten und verpackten, ein Nackenschlag.
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„Das war höchst ärgerlich, demotivierend und sehr schade, und ich werde dazu auch nochmal ein Gespräch führen“, sagt Markus Fuchs. Das sei nicht nur für die Ehrenamtlichen, die viel Zeit und Begeisterung investiert hätten, eine unschöne Erfahrung gewesen, sondern auch für die vielen Spender, deren Hilfsbereitschaft einen unschönen Dämpfer erhalten habe. „Es waren ja Unmengen sehr guter, teils hochwertiger Sachen dabei“, so Fuchs, dem für das Vorgehen der Türkei in diesem Punkt jedes Verständnis fehlt. „In der Not, die im Erdbebengebiet bei winterlichen Temperaturen herrscht, sollte es eigentlich kein Problem sein, hervorragende Spendenartikel anzunehmen“, findet er.

„Unsere Spendenaktion war trotzdem erfolgreich“: Wohin unerwünschten Spenden gingen
Der Feuerwehr blieb nichts anderes übrig, als die Gemüter zu besänftigen, zu betonen, dass diese Entwicklung nicht vorhersehbar und außerhalb ihres Einflusses war – und die Spenden sinnvoll weiterzuleiten. Das gelang. Insgesamt waren 145 verpackte Kartons zusammengekommen. Davon gingen immerhin 68 in die Türkei. 59 Kartons erhielt der Hilfsverein Marienkäfer e.V., 18 Kartons die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe München e.V.
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„Unsere Spendenaktion war also trotzdem erfolgreich, und nichts ist auf der Strecke geblieben. Bedarf gibt es ja auch in unserer Region“, sagt der Feuerwehrkommandant. „Ich möchte allen Helfern und Spendern meinen Dank für ihren Einsatz bei dieser Aktion aussprechen.“
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