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Gaben sich beim SPD-Sommerfest im Waldheim kämpferisch: (v.li.) die SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Felix Kempf und Anette Kitzmann-Waterloo, Vize-Landrätin Annette Ganssmüller-Maluche, SPD-Landeschefin Natascha Kohnen und Florian Schardt, Vorsitzender der SPD im Landkreis München. 

Kommunalwahl 2020

Anette Kitzmann-Waterloo will Bürgermeisterin werden

Endlich ist die Katze aus dem Sack. Auf ihrem Jubiläums-Sommerfest am Samstag hat die Gräfelfinger SPD bekannt gegeben, wen sie für die Kommunalwahl im März als Bürgermeisterkandidaten ins Rennen schicken will: Es ist die Ortsvorsitzende Anette Kitzmann-Waterloo.

Gräfelfing– Sie haben sich wirklich Zeit gelassen. Alle anderen politischen Gruppierungen in Gräfelfing haben bereits ihre Bürgermeisterkandidaten nominiert, allein die SPD hielt sich bislang bedeckt. Für den Entschluss, einen eigenen Kandidaten aufzustellen, habe man lange gebraucht, so Anette Kitzmann-Waterloo. Sie selbst sei von vielen Leuten im Hinblick auf ihr Engagement gefragt worden: „Warum machst Du das denn für die SPD?“. Ihre Antwort: „Ist doch klar!“ Man habe hier in Gräfelfing immer eine liberale Lebensweise gehabt. Dass dies so bleibe, dafür wolle sie sich einsetzen, sagte die Ortsvorsitzende in einer kleinen spontanen Rede im Waldheim des evangelischen Handwerkervereins, wo der Gräfelfinger SPD-Ortsverein am Samstag sein 100-jähriges Bestehen feierte.

Natascha Kohnen: „Wir haben Fehler gemacht“

Damit bezog sie sich auf die Festansprache der SPD-Landesvorsitzenden Natascha Kohnen, die eingangs über das provozierende Gebaren einiger AfD-Abgeordneter im Landtag berichtet hatte. „Wir haben eigentlich die Verpflichtung dafür zu sorgen, dass die Welt ein Stück gerechter wird“, zitierte Kohnen Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete und erinnerte daran, dass die Sozialdemokratie den Auftrag habe, den sozialen Staat zu vertreten. „Wir haben Fehler gemacht, sind ein bisschen auf den neoliberalen Kurs geraten, müssen aber jetzt mit Mut vorangehen“, so Kohnen – etwas, was sie Kitzmann-Waterloo offenbar zutraut. Die Gräfelfinger SPD-Chefin sei eine selbstbewusste, klare und emphatische Person, „jemand, der nicht den Mund hält,“ stellte Kohnen fest.

Offizielle Nominierung im Herbst

Dass diese Einschätzung nicht ganz falsch sein kann, das erfuhren die Anwesenden gleich im Anschluss. Obwohl ein Programm für den

Kommunalwahlkampf erst erarbeitet werden soll, äußerte sich die 61-jährige selbstständige Rechtsanwältin zu einigen strittigen Punkten sehr deutlich. Der Wohnungsdruck sowie der Verkehr nähmen zu. „Wir müssen langfristig planen“, so die Kitzmann-Waterloo. „Wir müssen uns mit dem Landratsamt in Verbindung setzen und uns auch wehren, wenn überörtlich Dinge beschlossen werden sollen, die für uns als Gemeinde von Nachteil sind.“ Gleichzeitig wolle man Lösungen anbieten, nicht als „Nein-Sager-Partei“ dastehen. „Ich sehe das als Aufbruch für unseren Ortsverein“, kommentierte sie abschließend ihre Aufstellung als Kandidatin. Die offizielle Nominierung durch den Ortsverein – laut stellvertretendem Vorsitzenden Arnd Meier aber nur noch eine Formsache – soll im Herbst erfolgen. Auch der SPD-Ortsvorsitzende von Planegg schloss sich spontan den Gratulanten an. „Ich glaube, das ist die absolut richtige Entscheidung“, sagte Felix Kempf. „Das war eine sehr schöne Überraschung.“

Dann rückte der Kommunalwahlkampf doch noch einmal kurz in den Hintergrund und der Gräfelfinger SPD-Ortsverein feierte seine traditionsreiche Vergangenheit. Michael Stephan, Leiter des Münchner Stadtarchivs, erinnerte in einem Vortrag an die Anfänge der bayerischen SPD. Anschließend lauschten die Genossen bei Speis und Trank den Klängen der Dixie-Band „Dark Down Stompers“.  mdy

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