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Das Doemens-Gelände in Gräfelfing ist heute schon dicht bebaut. Nach dem Umzug der Brauerei-Schule will die Gemeinde hier unter anderem geförderten Wohnungsbau ansiedeln – in weit höherer Baudichte als bisher. 

Doemens-Gelände

Anwohner protestieren gegen Bauvorhaben

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Gräfelfing – „Wir sind nicht gegen sozialen Wohnungsbau, nur gegen die geplante massive Bebauung auf dem Doemens-Grundstück.“ Dieser Satz durchzog jetzt als Leitmotiv die Versammlung von Nachbarn.

Nachbarn aus dem Gebiet rund um das Gelände der Brauerei-Fachschule, also aus Stefanus-, Schmidbauer- und Reichartstraße trafen sich. Sie sind ist alarmiert, ernsthaft besorgt und dabei, sich zu organisieren. Auslöser sind die Pläne der Gemeinde Gräfelfing und eines Investors, nach dem Umzug der Doemens-Schule auf dem Gelände Geschosswohnungsbau zu errichten. Die Hälfte der 35 bis 40 Wohnungen sollen als geförderter Wohnraum entstehen.

Die Nachbarn, die sich im Restaurant Villa Casale zusammenfanden, brachten zahlreiche Kritikpunkte vor. Hauptsächlich stören sie sich an der geplanten Baudichte: Auf drei Vollgeschossen und einem Terrassengeschoss sollen vermutlich in zwei Baukörpern die 3900 m2 Geschossfläche verwirklicht werden, die der Bebauungsplan von 2004 dem Grundstück zubilligte. Das würde einer GFZ von 1,23 entsprechen, sagte Verena Prusinovsky, die gemeinsam mit ihrem Mann und Brigitte Urban zu der Veranstaltung geladen hatte. Dagegen liege die GFZ im benachbarten Wohngebiet bei 0,3, jene in der dicht bebauten Bahnhofstraße gerade mal bei 0,7. Diese 3900 m2 seien einem ungültigen Bebauungsplan entnommen, nie realisiert worden und als Sondergebiet Brauereifachschule zweckgebunden vorgesehen, sagte ein Anwohner. „Und daraus will die Gemeinde jetzt eins zu eins Wohnungen machen.“

Aus der Baudichte resultiert der zweite Kritikpunkt: die erwartete Verkehrszunahme. Auch wenn nur 35 Wohnungen entstehen würden, wäre der Verkehr ein ganz anderer: An Wochenenden und abends produziert Doemens praktisch keinen Verkehr. Eine Mutter fürchtete in den engen Straßen um die Sicherheit der Schulkinder. Die Versammlung war sich einig, dass nicht nur die Baudichte weit geringer ausfallen müsse, sondern auch ein Verkehrskonzept nötig sei.

Viele der Nachbarn führten bereits Gespräche mit Bürgermeisterin und Gemeinderäten – mit wenig ermutigendem Ergebnis. Uta Wüst sei vage geblieben und habe eine „Einbindung“ der Anwohner zugesagt. Benno Stübner (IGG) und Walter Frank (CSU) hätten bedingtes Verständnis für die Sorgen der Nachbarn geäußert. Dagegen habe sich Frank Sommer (Grüne) kompromisslos für die maximale Bebauung des Geländes ausgesprochen. Das wollen die Anwohner indes keinesfalls hinnehmen.

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