Vor dem Edeka-Markt in Gräfelfing bettelte der 32-Jährige und wurde angezeigt.
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Vor dem Edeka-Markt in Gräfelfing bettelte der 32-Jährige und wurde angezeigt.

Kurze Flucht

Bettler (32) sorgt für Polizeieinsatz

  • Martin Schullerus
    vonMartin Schullerus
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Ein Polizeieinsatz hat am Donnerstagmorgen für kurze Aufregung im Einkaufstrubel der Gräfelfinger Bahnhofstraße gesorgt. Auslöser war ein Bettler, von dem sich Passanten belästigt fühlten.

Gräfelfing – Gegen 9.20 Uhr rief eine Frau aus Gräfelfing bei der Polizei an: Sie meldete einen Bettler, der vor dem Edeka-Markt in der Bahnhofstraße Passanten ansprach. Eine Polizeistreife machte sich sogleich auf den Weg. „Als der Bettler die Kollegen bemerkte, ergriff er die Flucht“, berichtete Inspektionsleiter Thomas Sorgalla im Merkur-Gespräch. „Dadurch entstand etwas Hektik.“ Nach kurzer Verfolgung stellten die Beamten den Mann am Bahnhofplatz.

Es handelte sich um einen 32-jährigen Rumänen. Er erhielt nicht nur einen Platzverweis, sondern auch eine Anzeige: Nach dem Bayerischen Straßen- und Wegegesetz ist so genanntes „aggressives Betteln“ eine Sondernutzung, die ohne Genehmigung als Ordnungswidrigkeit gilt. Dabei muss keine physische Aggression vorliegen; das aktive Betteln durch Ansprache von Passanten reicht schon aus.

„Bettler sind ein Phänomen unserer Zeit, mit dem wir ständig zu tun haben“, so Polizeichef Sorgalla. Dabei gelte es zwischen dem so genannten stillen Betteln, bei dem jemand nur mit seinem Pappbecher auf dem Boden sitzt, und dem aggressiven Betteln zu unterscheiden. Ersteres werde meist geduldet. Eine ganz andere Kategorie sind die oft osteuropäischen Bettlerbanden, die bestens organisiert sind. In diesen Fällen, die allerdings schwer nachzuweisen sind, darf die Polizei sogar Geld beschlagnahmen, weil es durch Betrug und somit durch eine Straftat erlangt wurde. Laut Thomas Sorgalla kommt auch diese Form des Bettelns im Würmtal immer wieder vor.

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