Geschäftsfrau Alina Sodolan ist zuversichtlich, die Post-Partnerfiliale erfolgreich zu führen.
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Geschäftsfrau Alina Sodolan ist zuversichtlich, die Post-Partnerfiliale erfolgreich zu führen.

Eröffnung im Weihnachtsgeschäft

Bewährungsprobe für die neue Post

Seit gut zwei Wochen haben die Gräfelfinger eine neue Post in ihrer Gemeinde – allerdings nur eine Partnerfiliale im Schreibwarenladen von Alina Sodolan ohne Postbank. Bereits in den ersten Wochen kamen rund 500 Kunden täglich in das Geschäft.

Gräfelfing – Viele Jahre hatte die Postbank eine eigene Filiale in der Gräfelfinger Bahnhofstraße 9 mit auch allen Post-Angeboten betrieben, bis die Filiale aus wirtschaftlichen Gründen zum Freitag, 27. November, geschlossen wurde (wir berichteten). Die Suche nach einer neuen Post-Stelle für die Gräfelfinger ging dann aber schnell: Bereits drei Tage vor der einige Wochen vorher angekündigten Schließung der Filiale eröffnete das Paar Alina Sodolan und Sebastian Macavei ihren neuen Schreibwarenladen an der Bahnhofstraße 104. In den Räumen war zuvor „Daniela’s Shoes and more“, der aufgrund der CoronaKrise geschlossen hatte.

200 Schließfächer für Post

In dem Ladengeschäft befinden sich einige Regale, Ständer und Schränke mit dem klassischen Schreibwaren-Sortiment wie Stifte, Blöcke, Kleber, Umschläge sowie Post- und Glückwunschkarten. Von den rund 200 Brief-Schließfächern im Inneren ist der größte Teil schon belegt. Außerdem gibt es zwei Post-Schalter, an denen das Paar bisher ohne zusätzliche Mitarbeiter alle gängigen Post-Services anbietet.

„In der vorherigen Post-Filiale waren es auch nur zwei Post-Schalter, der Rest war Postbank“, sagt Alina Sodolan. Die gebürtige Rumänin ist daher optimistisch, den Kundenandrang selbst vor Weihnachten gut zu bewältigen, obwohl bereits täglich bis zu 500 Kunden kamen. Das Paar betreibt parallel mit einer Mitarbeiterin auch den Martinsrieder Paket-Shop von Sebastian Macavei. „Wir wollen auch in Gräfelfing demnächst jemanden einstellen und sind sehr schnell“, sodass es bisher keine großen Probleme bei der Abwicklung des Ansturms gegeben habe, sagt Alina Sodolan. Zwar steht oft eine Menschenschlange vor der Tür. Dies liege aber an den Corona-Regeln, durch die nur jeweils drei Kunden im Verkaufsraum sein dürften. „Die Post kommt zusätzlich zu den normalen Abholungen kurzfristig mit einem Lkw vorbei, wenn sich zu viele Pakete bei uns stapeln“, sagt Sodolan.

Keine Postbank-Services mehr

Das Schreibwarengeschäft bietet alle gängigen Post-Leistungen wie den Verkauf von Briefmarken, DHL-Paketmarken, Plusbriefen, Pluspäckchen und Postverpackungen sowie die Annahme von Briefen, Paketen, Digitalpost, Express- und Einschreibesendungen an. Auch können die Gräfelfinger hier Sendungen abholen, die nicht zugestellt wurden. Im Angebot sind aber keine Postbank-Services, da dies die Postbank nicht wollte – was Sodolan „schade“ für die Gräfelfinger Kunden der Bank findet. Manche Leute hätten dies gegenüber dem Paar bereits kritisiert, ebenso die zeitliche Einschränkung beim Zugang zu den Schließfächern. „Die meisten haben sich aber sehr gefreut, dass wir aufgemacht haben“, sagt Alina Sodolan. Die Einigung mit der Post sei auch schnell gegangen.

Alina Sodolan hatte als Leiterin mehrerer Abteilungen bei Willy Bogner gearbeitet, bis bekannt wurde, dass die Firma im Zuge der Corona-Krise die Produktionsstätten in Deutschland aufgibt und so die 52-Jährige früher oder später ihren Job verloren hätte. Sodolan begann sich deswegen Gedanken um eine neue Arbeit zu machen. Die Martinsriederin war im Frühjahr in Kurzarbeit und hatte daher im Paket-Shop von ihrem Partner mitgeholfen. „So ergab sich mein Kontakt zur Post, und ich war auch schon in die Thematik eingearbeitet. Wenn doch mal Fragen auftauchen, gibt es eine Hotline“, sagt Sodolan, was bisher aber noch nicht nötig gewesen sei. Durch den parallelen Betrieb beider Geschäfte hat das Paar derzeit 14-Stunden-Tage und pendelt zwischen Martinsried und Gräfelfing hin und her. Dies sei für sie aber kein Problem, bekräftigt Alina Sodolan.

Peter Seybold

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