+
Mit ihrem Werk will Isabella Schröck auf das Problem Mikroplastik im Meer aufmerksam machen.  

W-Seminar des Kurt-Huber-Gymnasiums Gräfelfing

Bewegung in der Kunst, Kunst in Bewegung

Das W-Seminar Kunst des Gräfelfinger Kurt-Huber-Gymnasiums hat jetzt vielfältige Seminararbeiten vorgestellt.

Gräfelfing – Schuppenartig schmiegen sich die bunten Plastikteilchen an den Torso. Untenherum schlingt sich wie ein Tuch ein sogenanntes Geisternetz. „Das sind Fischereinetze, die in den Ozeanen herumtreiben, um sich dann irgendwann zu Mikroplastik zu zersetzen“, erläuterte die junge Künstlerin Isabella Schröck ihre Arbeit.

Schröck gehört, wie die anderen 24 Abiturienten des Gräfelfinger Kurt-Huber-Gymnasiums, zum W-Seminar Kunst der Q12, die diese Woche ihre individuellen, wissenschaftspropädeutischen Seminararbeiten vor Publikum präsentierten. Das breit angelegte Thema lautete „Bewegung in der Kunst“. Die Schüler hatten ein Schuljahr Zeit, ihre eigene Fragestellung dazu zu finden, zu recherchieren, um das Ganze dann praktisch und theoretisch umzusetzen.

So seien, wie Kunstlehrerin Jasmin Krips in ihrer Ansprache erklärte, Arbeiten aus ganz unterschiedlichen Richtungen entstanden. „Der Grund dafür ist, dass künstlerische Arbeiten immer sehr persönlich sind“, so Krips. Das sei Vorteil und Nachteil zugleich. Zum einen ist da die Freiheit, kaum gebunden zu sein. Zum anderen entpuppte sich die Findung der eigenen Idee manchmal als sehr schwierig. Geschafft haben es aber alle, und die Fülle der Kunstwerke reicht von Zeichnungen, Graffiti, Installationen bis hin zu Filmen.

Isabella Schröcks Arbeit trägt den Namen „Haltbar bis 11/2468“. Damit spielt sie auf das dramatische Ausmaß von Plastikmüll in den Weltmeeren an und die daraus resultierenden katastrophalen Auswirkungen auf Mensch und Tier. Geisternetze, die nahezu zehn Prozent des Kunststoffmülls in den Meeren ausmachen, zersetzten sich dabei bis zum Jahr 2468 in gefährliche Mikropartikel, die wir später in unserer Nahrung oder in Kosmetika vorfinden, erläuterte Schröck. Doch leider nie vollständig. Mit ihrer Arbeit hofft die Oberstufenschülerin, Bewegung in das Bewusstsein der Menschen zu bringen.

Aufrütteln möchte auch Caroline Hewel. Ihre Arbeit „Fisch der Zukunft“ befasst sich mit dem gleichen Thema und hängt prominent im Treppenhaus der Schule. Dadurch gibt sie dem Betrachter die Möglichkeit, um das Projekt herum zu gehen, sich damit auseinanderzusetzen. Sehr zu empfehlen übrigens, denn nur dann entdeckt man den Sinn hinter Hewels Installation. Der Fisch schaut auf der einen Seite aus, wie er soll: gesund und schillernd in den Farben des Meeres. Auf der Frontseite ist er dagegen transparent gestaltet. Man blickt direkt in seinen Körper, der angefüllt ist mit Plastikflaschen. „Damit die schöne Seite, also der Fisch der Gegenwart, bleibt, überdenken Sie bitte alle Ihren Plastikkonsum“, appellierte Caroline Hewel an ihr Publikum.

Spannend ist auch das riesige Mobile von Lisa Würker, das inmitten des offenen Schachts der Wendeltreppe platziert ist. Großformatige Bleistiftzeichnungen von Gesichtern mit unterschiedlichen Empfindungen bewegen sich sanft hin und her. Auf der jeweiligen Rückseite befindet sich eine Spiegelfolie. Diese Kombination aus Gesichtern und Emotionen sei für die Künstlerin Inspiration gewesen, dies als ihr Thema mit dem Titel „Ändert sich Deine Stimmung?“ zu wählen, sagte Würker.

Wer Interesse an den Arbeiten des W-Seminars hat, kann sie sich noch bis Ende des Jahres in den Räumlichkeiten des Kurt-Huber-Gymnasiums ansehen.

Carolin Högel

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kraillinger Bauhof liefert 15 Prozent mehr Energie
Temperaturen von bis zu 39,5 Grad, dutzende Tage Sonnenschein, insgesamt von Anfang Juni bis Ende August die zweithöchsten Durchschnittstemperaturen seit Beginn der …
Kraillinger Bauhof liefert 15 Prozent mehr Energie
Auszeichnung angestrebt
Die Kraillinger Gemeindebibliothek unterzieht sich als erste gemeindliche Institution einem freiwilligen Qualitätsmanagement. Ihr Ziel: eine Zertifizierung als …
Auszeichnung angestrebt
Wall weicht Gewerbe
Die Gemeinde Planegg strebt einen Tausch an. Sie will das Grundstück Fraunhoferstraße 1 für die Martinsrieder Westumfahrung nutzen. Der Eigentümer soll dafür einen Teil …
Wall weicht Gewerbe
OP schenkt einem Jungen neue Lebensfreude
Es klingt wie ein Weihnachtsmärchen: Der zehnjährige Dat aus Vietnam ist mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte zur Welt gekommen. Durch eine fehlgeschlagene Operation …
OP schenkt einem Jungen neue Lebensfreude

Kommentare