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Brandserie im Paul-Diehl-Park wirft Fragen auf

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Von: Martin Schullerus

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1000 Quadratmeter Wildgras standen am Dienstagabend in Flammen. Es war die nunmehr vierte Brandlegung an dieser Stelle binnen eines Monats. © Feuerwehr Gräfelfing

Diesmal unterbrach der Brandstifter das familiäre Abendprogramm der Gräfelfinger Feuerwehrleute etwas früher als gewöhnlich. Am Dienstag, um 21.25 Uhr, schrillten die Sirenen: Brand im Paul-Diehl-Park, zum nunmehr vierten Mal binnen eines Monats.

Gräfelfing - „Diesmal waren wir überrascht, weil es etwa 20 Minuten früher war als sonst“, sagt Thomas Hickel, Sprecher der Gräfelfinger Feuerwehr. „Manche von uns haben sich nämlich schon darauf eingestellt.“ Ansonsten blieb das Muster gleich: Stets auf derselben Wiesenfläche im Paul-Diehl-Park Richtung Pasing stand Wildgras in Flammen. Die Retter, die mit 46 Mann und sieben Fahrzeugen ausrückten, löschten den Brand, der sich auf 1000 m2 ausgebreitet hatte, mit einigen Tausend Litern Wasser aus fünf C-Strahlrohren, bevor er auf nahe Baumgruppen übergreifen konnte. Der Schaden hielt sich auch bei dieser Brandlegung in Grenzen.

An einen Zufall glaube längst niemand mehr, erklärt Thomas Hickel angesichts des immer gleichen Musters der Brandserie. Das wiederum wirft Fragen auf. Denn der Täter, der erneut an zwei nahe beieinander liegenden Stellen Feuer legte, geht mittlerweile ein unverständlich hohes Risiko ein, entdeckt zu werden. Längst ermittelt die Polizei intensiv in dem Fall. Die immer gleiche Fläche dürfte häufig überwacht sein. Zudem ist sie gut einsehbar; es gäbe durchaus abgelegenere Möglichkeiten, die Feuerwehr auf den Plan zu rufen. „Das wäre mir irgendwann viel zu heiß“, sagt Thomas Hickel. Daher geht er auch davon aus, dass der Täter den Brand legt und dann schnell das Weite sucht. Sich am Einsatz selbst zu ergötzen, könne er sich kaum erlauben.

Zumindest scheint der Brandstifter es nicht auf hohe Sach- oder gar Personenschäden abgesehen zu haben. Es stehen keine Gebäude in der Nähe, und auch ein echter Waldbrand wäre – zumal in der aktuellen Dürreperiode – mit weit größeren Schäden und Einsatzbildern verbunden.

Der Feuerwehr-Sprecher flüchtet sich angesichts dieser Rätsel in Sarkasmus. „Zumindest weiß jeder Fahrer unserer Einsatzwagen inzwischen genau, wo er abbiegen muss, um schnell zum Brand zu gelangen“, sagt Hickel.

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